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Bioschokolade braucht keine Kinderarbeit

Hersteller und Verbraucher in der Verantwortung

Foto Biobauern bei der Kakaoernte

Wie aktuelle Medienberichte erneut zeigen, werden in manchen Regionen Westafrikas Kinder nach wie vor wie Sklaven gehandelt. Ohne Lohn, mangelernährt und krank von Pestiziden arbeiten 10 bis 14-jährige Kinder auf Kakaoplantagen, von denen viele internationale Schokoladenhersteller ihren Kakao beziehen. Die Produzenten von Bio- und Fairtrade Schokolade handeln verantwortlicher.

Die zur Schokoladenherstellung benötigte Kakaofrucht muss bis heute aufwändig von Hand geerntet werden. Was die großen Hersteller weit von sich weisen, ist oftmals bittere Realität: Vielerorts verrichten Kinder die mühsame Aufgabe. Über die Zustände auf den Plantagen wollen manche Hersteller laut Medienberichten nichts wissen, schließlich würden sie den Schokoladenrohstoff nur einkaufen. Ein streng geprüfter Anbau dagegen verhindert Kinderarbeit. Das ist etwa bei den Bioschokoladen des deutschen Marktführers Vivani* der Fall. Andreas Meyer, Geschäftsführer des Vivani Produzenten EcoFinia GmbH, sieht daher die Hersteller in der Verantwortung: „Natürlich müssen wir genau darauf achten, woher der Kakao kommt. Es ist unsere Aufgabe, den Schutz von Mensch und Natur zu gewährleisten."

Der Kakao für die Vivani Bioschokoladen stammt aus kontrolliert ökologischem Anbau und wird von Bauernkooperativen in Ecuador und der Dominikanischen Republik bezogen. Andreas Meyer war selbst vor Ort in den Anbaugebieten, um sich ein Bild vom Leben der Bauern zu machen und den Bioanbau zu begutachten. „In Lateinamerika sind die Strukturen anders als in den meisten Teilen Afrikas – sie ermöglichen einen höheren Lebensstandard. Hier bearbeiten Bauernfamilien ihr eigenes Land und schließen sich zum Verkauf häufig zu Kooperativen zusammen“, berichtet er. Das kommt nicht zuletzt der Umwelt zu gute. Denn auf dem Land der Bauern wächst der ökologisch angebaute Kakao in seiner natürlichen Umgebung, dem südamerikanischen Regenwald. Auch für die Familien zahlt sich der biologische Landbau aus. Dank der höheren Weltmarktpreise für Bioschokolade erzielen sie ein besseres Einkommen, mit dem sie beispielsweise Erntehelfer einstellen können. Das ermöglicht es ihnen, ihre Kinder auf Schulen zu schicken.

Dieses Glück haben die Kinderarbeiter in Westafrika zumeist nicht. Doch die Konsumenten können helfen, ihre Situation zu ändern: „Jeder Schokoladen-Genießer muss selbst entscheiden, welchen Preis er zu zahlen bereit ist. Bei Bio- oder Fairtradeschokolade kann er ziemlich sicher sein, dass niemand für die Herstellung ausgebeutet wird“, betont Andreas Meyer.

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