Gegen den Wegwerfwahn – Schnippeldisko Oldenburg

Zukünftig möchten wir im VIVANI Blog öfters auch mal generelle ökologische Themen anreißen und euch Vorzeigeprojekte nachhaltigen Handelns vorstellen. Initiativen, wie die Oldenburger Schnippeldisko, die Ende Juni bereits zum zweiten Mal an den Start geht. Unter dem Motto „Krummes Gemüse, heiße Beats“ setzen die, von der Slow Food Youth Deutschland unterstützten Veranstalter ein Zeichen gegen die heutige Wegwerfkultur. Im Rhythmus tanzbarer Klänge wird all das geschnippelt, geschruppt und gekocht, was eigentlich in den Abfalltonnen deutscher Supermärkte landen würde. Ein kollektives Erlebnis ohne gehobenen Zeigefinger, das den Spaß am Lebensmittel feiert und das Bewusstsein für vermeidbare Verschwendung schärft. Wir haben eine der Initiatorinnen gesprochen…Schnippeldisko-88
Hannah, erzähl doch mal, wie seid ihr auf die Idee einer Schnippeldisko gekommen?

Hannah Jansen: Die Idee der Schnippeldisko hatte ursprünglich das Slow Food Youth Network, die Jugendbewegung von Slow Food. Sie ist als eine kulinarische Protestaktion zu verstehen, mit der auf die enorme Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht werden soll, die in unserer Gesellschaft leider an der Tagesordnung ist.
11 Millionen Tonnen Lebensmittel wandern pro Jahr in Deutschland in den Müll – diese unglaubliche Zahl ermittelte beispielsweise eine Studie der Universität Stuttgart 2012 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Angesichts dieser Dimensionen wollen wir ein Zeichen setzen, und zwar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Ganz im Gegenteil: Mit Spaß und Genuss wollen wir unter dem Motto „Krummes Gemüse, heiße Beats“ zeigen, dass krummes Gemüse keinesfalls in die Tonne gehört, sondern wunderbar gut schmeckt!

Die Schnippeldisko findet in diesem Jahr bereits zum 2. Mal statt. Was können die Besucher erwarten?

Dieses Jahr wird die Oldenburger Schnippeldisko noch ein wenig bunter und abwechslungsreicher. Neben der eigentlichen Schnippelei, an der natürlich alle herzlich eingeladen sind, teilzunehmen, wird es dieses Jahr ein buntes Rahmenprogramm geben, mit Aktionen, Spielen und Ausstellungen zum Thema Lebensmittelverschwendung und ‑wertschätzung. Diese wurden im Rahmen eines Praxisprojekts an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg entwickelt, an dem ca. 20 Studierende der Masterstudiengänge Landschaftsökologie und Sustainability, Economics and Management teilnehmen. Während das krumme Gemüse verarbeitet und anschließend verköstigt wird, sorgen ein DJ und zu späterer Stunde gleich zwei Bands für die „heißen Beats“.

Ihr engagiert euch mit diesem Event gegen die deutsche Wegwerfkultur und wollt die Menschen wachrütteln, weniger Lebensmittel wegzuschmeißen. Worüber kannst Du nur den Kopf schütteln, wenn Du Dir manchen deutschen Verbraucher anschaust?

Besonders traurig macht mich die Achtlosigkeit, mit der manch eine*r durch das Leben geht. Lebensmittel ernähren uns, sie führen uns Nährstoffe und Energie zu. Gerade deswegen ist es doch wichtig darüber nachzudenken, was man zu sich nimmt und einkauft. Mir missfällt die Billig-Kultur, die sich in Deutschland eingeschlichen hat. Hauptsache Sonderangebot, was genau da drin ist, scheint vielen egal. Viele sollten öfter mal hinterfragen, wie z.B. die Marken, die wir uns ins Haus holen, ihre Produkte herstellen. Und mal darüber nachdenken, was für eine Vielfalt in unserer Region angebaut und produziert wird. Auch, dass ein täglicher Fleischkonsum für viele nach wie vor zu der guten Küche gehört, finde ich traurig. Denn man kann sich wundervoll vegetarisch oder gar vegan ernähren – man braucht vielleicht (anfangs) nur etwas mehr Phantasie. So lernt man Lebensmittel kennen, die man vorher vielleicht noch nie in der Hand hatte und unzählige neue Möglichkeiten tun sich auf.

Wie ist Deine Meinung zum Thema „Mindesthaltbarkeit“?

Generell ist es nicht verkehrt dem Verbraucher anzuzeigen, wie lange ein Produkt genießbar ist. Man kann ja nicht alles wissen. Aber so, wie das „Mindesthaltbarkeitsdatum“ heute von vielen verstanden wird, ist es einfach ein falsches Signal. Viele meinen ja, dass ein noch geschlossener Joghurt umgehend in die Tonne gehört, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum den gestrigen Tag anzeigt. Es braucht meiner Meinung nach eine neue Art der Kommunikation, damit jeder weiß, was es mit diesem Datum auf sich hat.Schnippeldisko-128-1

Generell scheint es aktuell einen Ruck unter Jugendlichen zu geben, sich gesünder zu ernähren. Auch diverse soziale und politische Themen spielen hier rein. Woher meinst Du kommt der neue Trend und wie wird sich das Ganze entwickeln?

Gesunde Ernährung wird tatsächlich immer mehr ein Thema. Gerade in Oldenburg ist zu spüren, dass sich viele Menschen damit auseinandersetzen und sich gesunde Lebensmittel wünschen. Es gibt Initiativen wie Food-Coops oder eine SoLaWi, die sich gerade gründet. Ich weiß nicht, ob ich dies als einen Trend beschreiben würde, eher als eine Bewegung. Die Menschen besinnen sich wieder auf das Wesentliche. In der schnelllebigen Zeit, in der wir leben, haben viele Lust, etwas so elementares wie die Ernährung zu genießen und bewusst zu erleben. Vielen wird klar, dass es doch eigentlich Quatsch ist, Äpfel in rauen Mengen aus z.B. Neuseeland nach Deutschland zu karren, obwohl diese Frucht doch heimisch bei uns ist. Und vielen werden endlich die ökologischen Grenzen unseres Planeten bewusst. Wenn wir unsere Gewohnheiten nicht schleunigst flächendeckend ändern, werden uns bald die Böden, die Frischwasserquellen und vielleicht auch die Luft ausgehen. Es bleibt also zu hoffen, dass die Bewegung immer größere Kreise zieht!

Welchen Stellenwert haben Lebensmittel und Ernährung für Dich?

Ernährung hat einen großen Stellenwert für mich. Ich koche gerne, lerne gerne neue Gerichte und Zutaten kennen und probiere immer neue Dinge aus. Seit einigen Jahren ernähre ich mich weitgehend vegetarisch, oft auch vegan. Ich möchte wissen, wo mein Essen herkommt und was ich meinem Körper zuführe.
Auf der Terrasse in meiner WG pflanzen wir inzwischen unser eigenes Gemüse an. Wenn ich einkaufe, achte ich im Rahmen meiner Möglichkeiten auf eine nachvollziehbare und vertretbare Herkunft der Produkte. Ich gehe z.B. gerne auf einen der vielen Märkte in Bremen, um Gemüse und Obst zu kaufen.

Welchen persönlichen Beitrag leistest Du in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit neben der Schnippeldisko?

Ich studiere gerade an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg im Master Sustainability Economics and Management. Dieser Studiengang ist im Kern wirtschaftswissenschaftlich ausgerichtet, aber versucht eben Ökologie und Soziales genauso mitzudenken und ist darauf angelegt, dass Absolventen nach ihrem Abschluss auch in ihrem Beruf nach diesem Dreiklang handeln. Während des Studiums habe ich mit einer Gruppe von Kommiliton*innen eine Workshop-Konferenz zum Thema Nachhaltigkeit organisiert und veranstaltet (http://www.nachdenkstatt.de/).
Ich bin Mitglied beim BUND und unterstütze Sea Shepherd, die z.B. regelmäßige „Beach CleanUps“ organisieren, bei denen man Gebiete in seiner Umgebung durchstreift und den herumliegenden Müll aufsammelt. Im Alltag achte ich darauf, so wenig unnötige Dinge wie möglich zu konsumieren, indem ich beispielsweise ab und zu bei Kleidertauschpartys nach neuen Klamotten stöbere, statt mir ständig was Neues zu kaufen. Und das mit dem Fliegen versuche ich mir auch zu verkneifen.

Was denkst Du müsste sich in diesem Land dringend ändern?

Ich denke, dass die Menschheit im Ganzen wieder lernen oder wahrnehmen sollte, dass wir nicht über diesen Planeten herrschen, sondern Teil unserer Umwelt sind. Mir missfällt die Einstellung vieler, dass der Mensch über allem steht und alle anderen Geschöpfe oder auch Ressourcen nur zu unserem Diensten/Nutzen da sind. Das gilt auch für den Preis von Lebensmitteln. Viele Ernteabfälle entstehen nur dadurch, dass die Arbeitskraft meist schlicht zu teuer ist, um die gesamte Ernte einzuholen. Die heutigen Dumping-Preise der Endprodukte tragen dazu ihr Übriges bei.

Wenn alle nur etwas mehr Bewusstsein dafür entwickelten und achtsamer mit sich und ihrer Umwelt umgingen, dann liefe schon einiges besser.


Schnippeldisko Oldenburg

Datum: Samstag, 25.06.2015
Uhrzeit: 14:00h
Ort: Kulturetage, Bahnhofstraße 11, 26123 Oldenburg
Facebooklink: facebook.com/SchnippeldiskoOL
Schnippeldisko_Oldenburg

Bilder: © michel bundel

Rezept: Cupcakes mit Schoko-Creme und salzigem Karamell

Achtung, Achtung – heute erwartet euch ein tiefer Fall ins Reich der schokoladigen Sünde, der jedes Diätprogramm wie ein Sturm hinwegfegen wird! Unsere lieben Bloggerinnen Liz & Jewels haben sich einmal mehr ein ganz besonders unwiderstehliches Rezept für uns ausgedacht, exklusiv mit VIVANI-Schokolade kreiert. Vielen Dank sagt unsere Schoko-Seele – die Waage eher nicht…schokoladigeCupcakes

Schoko-Salz-Karamell-Cupcakes

für 12 Cupcakes

Zutaten

für die Cupcakes:
• 85 g zimmerwarme Butter
• 90 g weißer Zucker
• 60 g brauner Zucker (Muscovado)
• 2 Eier
• 185 g Mehl
• 15 g ungesüßtes Kakaopulver
• 1 ½ TL Backpulver
• Prise Salz
• 250 ml zimmerwarme Milch
• 125 g geschmolzene Schokolade, mind. 55 % Kakaoanteil, z.B. VIVANI Feine Bitter 71 % Cacao

für die Schoko-Creme:
• 100 g Schokolade, ebenfalls mind. 55% Kakaoanteil
• 150 g zimmerwarme Butter
• 200 g Puderzucker
• 50 g ungesüßtes Kakaopulver
• 3 EL Sahne

für das Karamell:
• 75 ml Sahne
• 110 g weißer Zucker
• 55 g kalte Butter in groben Stücken
• ¼ TL Salz

So wird’s gemacht

Den Backofen auf 175 Grad Umluft vorwärmen. Für den Cupcake-Teig die Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen. Die Butter und die zwei Zuckersorten mit dem Mixer verrühren, bis die Butter schaumig ist. Die Eier hinzufügen und verrühren. Das Mehl mit dem Kakao, Backpulver und dem Salz in einer getrennten Schüssel vermengen und langsam, während des Rührens, zu der Butter-Mischung geben. Die Milch und die geschmolzene Schokolade hinzugeben und ebenfalls vermengen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen und den Teig immer ¾ voll einfüllen. Für ca. 12-15 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen.

schokoladige Cupcakes_2Zur Herstellung der Schoko-Creme die Schokolade im Wasserbad langsam schmelzen lassen. Die Butter in einer Schüssel mit dem Rührbesen des Mixers schaumig schlagen und nach und nach den Zucker hinzufügen. Kakaopulver sieben, ebenfalls dazugeben und verrühren. Die geschmolzene, etwas abgekühlte Schokolade dazugeben und vermengen. Zum Schluss die flüssige Sahne zur Masse geben und so lange verrühren, bis eine glatte Creme entsatnden ist. Im Kühlschrank etwas abkühlen lassen. Anschließend mit einem Messer auf den Cupcakes verteilen. Alternativ die Creme in einen Spritzbeutel füllen, auf die Cupcakes geben und dann erst in den Kühlschrank stellen.

Für das flüssige Karamell die Sahne in einem kleinen Topf erwärmen und beiseite stellen. Den Zucker in einem anderen Topf auf mittlerer Temperatur erhitzen, bis er schmilzt. Vorsichtig umrühren, bis der Zucker komplett geschmolzen ist. Wenn man mit einem Thermometer arbeitet, sollte die Temperatur 170 ºC erreichen. Die Butter Stück für Stück dazugeben und unter Rühren schmelzen lassen. Vorsichtig die erwärmte Sahne dazugeben (aufpassen, da es sprudelt!) und glatt rühren. Zum Schluss das Salz hinzugeben. Das Karamell in ein Einmachglas füllen und etwas abkühlen lassen, bevor man es auf den Cupcakes verteilt. Das restliche Karamell kann gut im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Hier gibt’s noch weitere Rezepte von Liz & Jewels:
Schokoladen-Mousse
Trüffelpralinen

Rezept & Fotos: © lizandjewels

Rezeptidee: Schokoladen-Buchweizen-Waffeln

Die Erdbeer-Saison ist eröffnet! Jedes Jahr im Mai gibt es wieder die liebsten Beeren der Deutschen, jetzt endlich auch aus Freiluft-Anbau und der Region. Dass Schokolade und Erdbeeren himmlisch harmonieren, ist darüber hinaus ein Fakt. Wie wäre es mit der Kombination der beiden Süßspeisen-Stars in Form einer köstlichen Waffel?! Zu dem Kompott aus Erdbeeren gesellen sich Holunder und Minze, die Waffeln kommen auf Basis von Buchweizen- und Dinkelmehl vegan und vollwertig daher. Vielen Dank für dieses klasse Rezept an Theresa Kellner! Sie betreibt erfolgreich ihren Food-Blog thewaitress.de und hat uns bereits vor kurzem schon ein feuriges Chili sin Carne mit dunkler Schokolade kreiert.BWW_hoch2_web

Schokoladen-Buchweizen-Waffeln mit Erdbeer-Holunder-Kompott

Für ca. 10-12 Waffeln

Zutaten

für die Waffeln:
• 100 g Buchweizenmehl
• 100 g Dinkelmehl (Type 630)
• 2 TL Weinsteinbackpulver
• 1 Prise Salz
•  80 g dunkle Bitterschokolade, z.B. Vivani Feine Bitter 85 % Cacao
•  50 g Kokosöl, sowie etwas zum Fetten des Waffeleisens
•  30 g Cashew- oder Mandelmus
•  300 ml Mandelmilch (oder eine andere Nuss- oder Pflanzenmilch)
•  6 EL Apfelmark (ungesüßtes Apfelmus)
• 6 EL Ahornsirup
• ½ TL gemahlene Vanille

Für das Kompott:
• 500 g Erdbeeren, gewaschen
• etwas Saft einer Zitrone
• 1-2 EL Holunderblütensirup
• eine Handvoll frische Minzblätter, gewaschen und fein geschnitten

sowie optional: Vanilleeis

So wird’s gemacht

1) Für das Kompott den Strunk aus den Erdbeeren herausschneiden und diese grob würfeln. Mit ein paar Spritzern Zitronensaft, nach Geschmack 1-2 EL Holunderblütensirup und den Minzblättern marinieren. Durchziehen lassen, bis die Waffeln gebacken sind.

2) In einer Schüssel Buchweizen- und Dinkelmehl sowie Backpulver mit einer großzügigen Prise Salz gut vermischen.

3) Die Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen. Kokosöl und Cashew- oder Mandelmus gleichmäßig unterrühren und ebenfalls schmelzen lassen. Dann die Schüssel aus dem Wasserbad nehmen und Apfelmark, Mandelmilch, Ahornsirup und gemahlene Vanille gründlich mit einem Schneebesen unterrühren.

4) Die feuchten Zutaten vorsichtig mit dem Schneebesen in die trockenen einrühren. Das Waffeleisen vorheizen, mit etwas Kokosöl einfetten und die Waffeln portionsweise ausbacken.

Tipp: Die Waffeln lassen sich wunderbar ein paar Tage im Kühlschrank (oder länger im Tiefkühlfach) aufbewahren und dann im Toaster aufbacken. So geht es noch ein bisschen schneller, wenn mal der Appetit auf Waffeln kommt.BWW_quer_web

© Bilder & Rezept: Theresa Kellner / thewaitress.de

From-tree-to-bar Teil 3: Die Kakaobohne und ihre Weiterverarbeitung

Wir schreiten voran in unserem großen Special über den langen Entstehungsweg unserer heißgeliebten Passion, die Schokolade heißt. Im November 2015 haben wir den Kakaobaum als Gewächs genau unter die Lupe genommen. Der begehrte Ertrag, für den er in vielen Teilen der Welt mühsam angepflanzt und bewirtschaftet wird, war im vergangenen Februar Thema: die Kakaofrucht. Nun hat sich die Frucht durch den routinierten Schnitt eines Kakaobauern geöffnet und die noch blassen Kakaobohnen schauen uns aus ihrer glänzenden Pulpe fragend entgegen. Was mit ihnen nun weiter passiert, ist das heutige Thema bei „From-tree-to-bar“ im VIVANI Schoko-Blog. Eines kann verraten werden: Am Ende des Prozesses steht endlich die eigentliche Herstellung der Schokolade bevor! Das wird uns im nächsten und letzten Teil der Serie beschäftigen.

Schwitzen in tropischer Sonne – Die Verarbeitung der Kakaobohne im Ursprungsland

Der erste große und wichtige Schritt auf dem Weg zu den Endprodukten Schokolade oder Kakao ist die Fermentation der Kakaobohnen. Bei dieser Gärung durchlaufen die Bohnen gewissermaßen eine tropische Sauna Teil 1, die ganz wichtig für den weiteren Verarbeitungsprozess ist. Traditionell werden sie dazu einfach in Bananenblätter eingewickelt und auf dem Boden oder in Mulden für 2 bis 7 Tage ihrem Schicksal überlassen. Neben dieser sogenannten Haufenfermentation können aber auch Körbe, Fässer oder Holzkisten verwendet werden, was vor allem in größeren Betrieben praktiziert wird. Der bessere Schutz vor Schädlingen ist ein klarer Vorteil der geschlossenen Methoden.Fermentation_1200x800
Die Fermentation bewirkt mehrere wichtige Umwandlungen bei den Kakaobohnen. So wird die Fruchtpulpe bei durchschnittlich 45 – 50 ºC flüssig und verdampft, wodurch die blanken Kakaobohnen zurückbleiben. Diese beginnen zu keimen. Durch die Hitze stirbt der Keim aber wieder ab. Die abgetötete Keimfähigkeit ist unabdingbar für die späteren Lagerungsphasen. Durch weitere Prozesse werden erste Vorstufen von Aromastoffen in den Kakaobohnen gebildet. Auch verfärben sie sich von weiß zu braun.

Haben die Bohnen diese Tortur überstanden, wartet direkt die zweite Sauna auf sie. Auf speziellen Tabletts, Matten oder schlichtweg auf dem nackten Boden werden sie für ein bis zwei Wochen in die heiße Tropensonne zum Trocknen gelegt, manchmal auch in spezielle Hallen. Nach regelmäßiger Wendung haben sie am Ende der Trocknungszeit ihr Gewicht mindestens halbiert. Der hohe Wassergehalt von etwa 60 % am Ende der Fermentation hat sich nach dem Trocknen der Kakaobohnen auf nicht mehr als 7 % verringert. In diesem Zustand lassen sich die Bohnen deutlich besser lagern und haben zusätzliche Aromen gebildet.Trocknung_1200x800

Ab aufs Schiff und rein in die Fabrik – Kontrolle und Hygiene

Die Weiterverarbeitung der getrockneten Kakaobohnen findet fast nie im Ursprungsland statt. Jetzt heißt es Abschied nehmen für die Bohnen, die für ihre Reise nach Europa oder Nordamerika in Jutesäcke verpackt werden. Die Säcke haben zumeist ein Fassungsvermögen zwischen 50 und 70 Kilogramm. In großen Lagerhallen findet ein letzter Qualitätscheck statt und die Säcke werden registriert und beschriftet. Auf Containerschiffen treten sie nun den Seeweg Richtung Schokoladenfabrik an.

Um das sehr empfindliche Gut zu schützen, müssen die Container sauber, trocken, geruchsneutral und am besten sogar ventiliert sein. Temperaturschwankungen müssen vermieden werden, weshalb sie weder an Deck noch in der Nähe von Motoren etc. stehen dürfen. Werden die besonderen Anforderungen der Kakaobohnen missachtet, kommen sie häufig verschimmelt und nach- oder überfermentiert an ihrem Ziel an, was einen Verlust der ganzen Lieferung bedeuten kann. Um Schädlinge abzutöten, die sich häufig in Rohkakao finden, werden die Container in den meisten Fällen vor der Abfahrt mit Gas behandelt. Während der Fahrt muss stets ein Auge darauf geworfen werden, dass die Kakaobohnen nicht durch andere Ladung verunreinigt wird, wie etwa durch Staub.

Weil sich Verunreinigungen, die häufig schon im Erzeugerland entstanden sind, dennoch trotz der akribischen Maßnahmen oft nicht verhindern lassen, heißt es für die Kakaobohnen nach dem Check-In in der Schokoladenfabrik oder der Rösterei erstmal ab in die Reinigung. Luftströme, Siebe und Magnete entfernen Fremdkörper wie Jutefasern, Holzstückchen, Staub Metallteilchen und vieles mehr.

Rösten, Schälen, Brechen, Mahlen – Eine Kakaobohne darf nicht zimperlich sein

Sind die Kakaobohnen gereinigt, durchlaufen sie drei weitere, wichtige Prozesse auf dem Weg zur Schokolade, bei der sie nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst werden. Zunächst wird es heiß – der Röstvorgang beginnt. Je nach Sorte, Qualität und Verwendungszweck variieren Temperatur und Röstzeit stark. Die Edelkakaosorten für die Schokoladenherstellung können sich freuen, ihnen wird nur mit 100 bis 115 ºC zu Leibe gerückt. Die Bohnen, die zur Kakaoherstellung geröstet werden, müssen schon mal mit Roester_800x1067bis zu 140 ºC rechnen. In der Regel dauern Röstvorgänge mit niedriger Temperatur länger (bis über eine Stunde) als solche unter hohen Gradzahlen (ca. 15 – 20 Minuten). Ist der Vorgang beendet, ist eine schnelle Abkühlung wichtig, um ein Überrösten und Verbrennen der Bohnen zu verhindern.
Das Rösten vollendet das Aroma der Kakaobohne. Bis zu 400 Aromastoffe können herausgekitzelt werden. Die stark braun gefärbten Bohnen haben nun noch weniger Feuchtigkeitsgehalt und lassen sich besser in Schale und Kern aufspalten. Der Röstvorgang kann aber auch mit dem Schälen und Brechen der Kakaobohnen getauscht werden. Beim Rösten der sogenannten Nibs entfällt das Problem der unterschiedlichen Bohnengrößen, die das optimale Rösten erschweren.

Das Brechen der Kakaobohnen findet entweder mithilfe von Walzen oder der sogenannten Wurfbrecher statt. Letztere sind Maschinen, in denen die Bohnen mit großer Beschleunigung gegen Stahlplatten geschleudert werden und dabei aufbrechen. Wie beim ersten Reinigungsprozess in der Fabrik kommen nun wieder Luftströme ins Spiel, die die Schalen von den zerbrochenen Kernen trennen.

Zum Schluss werden die Nibs etwa durch Kugelmühlen oder erhitzte Walzen gemahlen. Dabei tritt die Kakaobutter aus den zerstörten Zellstrukturen, verflüssigt sich und umfüllt die Kakaobruchstücke. Die Kakaomasse ist entstanden, die in warmer Form flüssig und in kaltem Zustand fest ist. Sie ist der Ausgangspunkt für jede Form der Weiterverarbeitung, sei es hin zur KakaobutterSchokolade oder zu Kakaopulver und -butter.

Rösten, Schälen, Brechen und Mahlen sind die unverzichtbaren Basisprozesse bei der Weiterverarbeitung der Kakaobohne im Werk. Je nach Hersteller und Endprodukt können weitere Zwischenschritte dazu kommen. Ein Beispiel ist etwa die thermische Behandlung vor dem Rösten. Infrarot, Dampf oder Heißluft debakterisieren die Kakaobohnen zusätzlich und verbessern die Ergebnisse beim Brechen der Bohnen. Ein anderer Zusatzprozess ist die Kakaokernbruchveredlung in einem Druckreaktor. Er entfernt frühzeitig unerwünschte Stoffe aus dem Kakaobruch und verkürzt spätere Conchierzeiten.

Ausblick: Die Herstellungsprozesse in einer Schokoladenfabrik können neben den Basisvorgängen durchaus sehr verschieden sein. Wie aber läuft der Prozess ganz konkret für unsere VIVANI-Schokoladen ab, die in der traditionsreichen Herforder Schokoladenfabrik Weinrich gefertigt werden? Ein spannender Einblick in die Praxis, den wir mit Sicherheit in naher Zukunft einmal wagen werden!

Schokoladiger Spielspaß Teil 2: CACAO – CHOCOLATL

Vor etwa einem Jahr haben wir euch hier im VIVANI Blog das taktische Gesellschaftsspiel CACAO vom Spieleverlag Abacusspiele vorgestellt. CACAO ist ein für Schokoladenfans essentielles Spiel, das die Spieler als Dorfhäuptlinge in die Welt des  Kakaoanbaus im südamerikanischen Dschungel schickt. Nebenbei macht es sehr viel Spaß und dominiert gerne einmal unsere gemeinsamen Spieleabende mit Freunden. Jetzt können wir uns alle noch mehr freuen, denn das tolle Spiel erfährt mit CHOCOLATL seine erste Erweiterung – noch mehr Möglichkeiten, noch mehr Spielspaß! Und dank der freundlichen Kooperation mit Abacusspiele kann man die Erweiterung auch dieses Mal bei uns im Blog gewinnen, also schnell wieder  mitmachen!chocolatl_1800x1200

Aus Kakao wird Schokolade

Jeder einigermaßen schokoholisierte Mensch weiß, dass der Begriff CHOCOLATL nur eins bedeuten kann: Die Ur-Schokolade, das Getränk der Götter aus dem südamerikanischen Urwald. Spätestens der Blick auf das Cover des Erweiterungsspiels liefert den Beweis: Die Kakaofrucht in den Händen der stilisierten, südamerikanischen Ureinwohnerin ist bei CHOCOLATL einer verführerischen Tafel Schokolade gewichen, die die Tropenschönheit genussvoll die Augen verschließen lässt. Das Strategiespiel mit Legeplättchen aus dem Hause Abacusspiele hat in CHOCOLATL seine logische Weiterentwicklung erfahren. Kakaofrüchte können nun in Schokoladenküchen zu Schokolade weiterverarbeitet werden und erfahren dadurch eine Wertsteigerung. Dieses sogenannte Schokoladenmodul ist eines von vier neuen Modulen, die nur zusammen mit dem Grundspiel CACAO spielbar sind. Das Modulkonzept ist super durchdacht und beugt so allen Muffeln vieler neuer Regeln vor: Jedes Modul kann alleine oder in beliebiger Kombination mit CACAO verknüpft werden. So reichen nur ein paar Zeilen Regeltext aus, um CACAO völlig neue Facetten zu verleihen. Auch ist die Idee der Module sehr hilfreich, wenn Kinder (ab 8 Jahren) mitspielen. Man kann die Module nach und nach einführen.

Die anderen Module sind das Landkarten-, das Bewässerungs- und das Hütten-Modul. Durch den Landkarten-Baustein gibt es mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Urwaldplättchen und die Spieler können taktischer vorgehen. Bei der Bewässerungserweiterung vollziehen die Spieler nach, dass bessere Bewässerung mehr Ertrag an Kakaofrüchten aber auch mehr Kosten mit sich bringen. Das Hütten-Modul bringt schließlich sehr viele Zusatzmöglichkeiten für die Ergatterung von Boni während der laufenden Partie oder am Ende. Dazu werden zu Beginn jedes Spiels die von den Spielern zu erwerbenden Hütten neu ausgelost, wodurch sich immer unterschiedliche und variantenreiche Spielsituationen ergeben.

Fazit: Die Erweiterung CHOCOLATL lohnt sich sehr für Besitzer des Spieles CACAO. Mann CacaoChocolatl_smallbekommt für sein Geld einiges an Spielspaß geboten, denn eigentlich besteht die Erweiterung aus vier Erweiterungen!

CACAO CHOCOLATL (1. Erweiterung)
Autor: Phil Walker-Harding
Verlag: Abacusspiele
Spieler: 2 – 4
Dauer: ca. 60 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Preis: ca. 14,99 €


Gewinnspiel: Wir verlosen drei Exemplare von „CACAO CHOCOLATL“!

Wenn der schokoladigen Spieleabend mit CACAO schon ein Spaß war, wird es mit der 1. Erweiterung CHOCOLATL noch spannender! Mit freundlicher Unterstützung des Verlages Abacusspiele verlosen wir drei Exemplare von CACAO.

Um teilzunehmen, füllt einfach das folgende Formular mit dem Betreff „CHOCOLATL aus. Teilnahmeschluss ist der 25. Mai 2016. Wir drücken allen Teilnehmern die Daumen!

+++ Das Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinner wurden per Email benachrichtigt. +++

Teilnahmebedingungen:
Alle Teilnehmer erklären sich mit den Bedingungen des Gewinnspiels einverstanden:  Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 16 Jahren.  Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 25. Mai 2016, 23.59 Uhr.  Die persönlichen Daten der Teilnehmer werden nur zum Zwecke der Gewinnermittlung gespeichert und danach gelöscht. Die Gewinner werden per Email am 26. Mai 2016 über den Gewinn benachrichtigt, die Ermittlung erfolgt per Losverfahren. Mitarbeiter der EcoFinia GmbH sowie deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.  Der Gewinn ist nicht übertragbar, eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Bild 2 © Abacusspiele