From-tree-to-bar Teil 3: Die Kakaobohne und ihre Weiterverarbeitung

Wir schreiten voran in unserem großen Special über den langen Entstehungsweg unserer heißgeliebten Passion, die Schokolade heißt. Im November 2015 haben wir den Kakaobaum als Gewächs genau unter die Lupe genommen. Der begehrte Ertrag, für den er in vielen Teilen der Welt mühsam angepflanzt und bewirtschaftet wird, war im vergangenen Februar Thema: die Kakaofrucht. Nun hat sich die Frucht durch den routinierten Schnitt eines Kakaobauern geöffnet und die noch blassen Kakaobohnen schauen uns aus ihrer glänzenden Pulpe fragend entgegen. Was mit ihnen nun weiter passiert, ist das heutige Thema bei „From-tree-to-bar“ im VIVANI Schoko-Blog. Eines kann verraten werden: Am Ende des Prozesses steht endlich die eigentliche Herstellung der Schokolade bevor! Das wird uns im nächsten und letzten Teil der Serie beschäftigen.

Schwitzen in tropischer Sonne – Die Verarbeitung der Kakaobohne im Ursprungsland

Der erste große und wichtige Schritt auf dem Weg zu den Endprodukten Schokolade oder Kakao ist die Fermentation der Kakaobohnen. Bei dieser Gärung durchlaufen die Bohnen gewissermaßen eine tropische Sauna Teil 1, die ganz wichtig für den weiteren Verarbeitungsprozess ist. Traditionell werden sie dazu einfach in Bananenblätter eingewickelt und auf dem Boden oder in Mulden für 2 bis 7 Tage ihrem Schicksal überlassen. Neben dieser sogenannten Haufenfermentation können aber auch Körbe, Fässer oder Holzkisten verwendet werden, was vor allem in größeren Betrieben praktiziert wird. Der bessere Schutz vor Schädlingen ist ein klarer Vorteil der geschlossenen Methoden.Fermentation_1200x800
Die Fermentation bewirkt mehrere wichtige Umwandlungen bei den Kakaobohnen. So wird die Fruchtpulpe bei durchschnittlich 45 – 50 ºC flüssig und verdampft, wodurch die blanken Kakaobohnen zurückbleiben. Diese beginnen zu keimen. Durch die Hitze stirbt der Keim aber wieder ab. Die abgetötete Keimfähigkeit ist unabdingbar für die späteren Lagerungsphasen. Durch weitere Prozesse werden erste Vorstufen von Aromastoffen in den Kakaobohnen gebildet. Auch verfärben sie sich von weiß zu braun.

Haben die Bohnen diese Tortur überstanden, wartet direkt die zweite Sauna auf sie. Auf speziellen Tabletts, Matten oder schlichtweg auf dem nackten Boden werden sie für ein bis zwei Wochen in die heiße Tropensonne zum Trocknen gelegt, manchmal auch in spezielle Hallen. Nach regelmäßiger Wendung haben sie am Ende der Trocknungszeit ihr Gewicht mindestens halbiert. Der hohe Wassergehalt von etwa 60 % am Ende der Fermentation hat sich nach dem Trocknen der Kakaobohnen auf nicht mehr als 7 % verringert. In diesem Zustand lassen sich die Bohnen deutlich besser lagern und haben zusätzliche Aromen gebildet.Trocknung_1200x800

Ab aufs Schiff und rein in die Fabrik – Kontrolle und Hygiene

Die Weiterverarbeitung der getrockneten Kakaobohnen findet fast nie im Ursprungsland statt. Jetzt heißt es Abschied nehmen für die Bohnen, die für ihre Reise nach Europa oder Nordamerika in Jutesäcke verpackt werden. Die Säcke haben zumeist ein Fassungsvermögen zwischen 50 und 70 Kilogramm. In großen Lagerhallen findet ein letzter Qualitätscheck statt und die Säcke werden registriert und beschriftet. Auf Containerschiffen treten sie nun den Seeweg Richtung Schokoladenfabrik an.

Um das sehr empfindliche Gut zu schützen, müssen die Container sauber, trocken, geruchsneutral und am besten sogar ventiliert sein. Temperaturschwankungen müssen vermieden werden, weshalb sie weder an Deck noch in der Nähe von Motoren etc. stehen dürfen. Werden die besonderen Anforderungen der Kakaobohnen missachtet, kommen sie häufig verschimmelt und nach- oder überfermentiert an ihrem Ziel an, was einen Verlust der ganzen Lieferung bedeuten kann. Um Schädlinge abzutöten, die sich häufig in Rohkakao finden, werden die Container in den meisten Fällen vor der Abfahrt mit Gas behandelt. Während der Fahrt muss stets ein Auge darauf geworfen werden, dass die Kakaobohnen nicht durch andere Ladung verunreinigt wird, wie etwa durch Staub.

Weil sich Verunreinigungen, die häufig schon im Erzeugerland entstanden sind, dennoch trotz der akribischen Maßnahmen oft nicht verhindern lassen, heißt es für die Kakaobohnen nach dem Check-In in der Schokoladenfabrik oder der Rösterei erstmal ab in die Reinigung. Luftströme, Siebe und Magnete entfernen Fremdkörper wie Jutefasern, Holzstückchen, Staub Metallteilchen und vieles mehr.

Rösten, Schälen, Brechen, Mahlen – Eine Kakaobohne darf nicht zimperlich sein

Sind die Kakaobohnen gereinigt, durchlaufen sie drei weitere, wichtige Prozesse auf dem Weg zur Schokolade, bei der sie nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst werden. Zunächst wird es heiß – der Röstvorgang beginnt. Je nach Sorte, Qualität und Verwendungszweck variieren Temperatur und Röstzeit stark. Die Edelkakaosorten für die Schokoladenherstellung können sich freuen, ihnen wird nur mit 100 bis 115 ºC zu Leibe gerückt. Die Bohnen, die zur Kakaoherstellung geröstet werden, müssen schon mal mit Roester_800x1067bis zu 140 ºC rechnen. In der Regel dauern Röstvorgänge mit niedriger Temperatur länger (bis über eine Stunde) als solche unter hohen Gradzahlen (ca. 15 – 20 Minuten). Ist der Vorgang beendet, ist eine schnelle Abkühlung wichtig, um ein Überrösten und Verbrennen der Bohnen zu verhindern.
Das Rösten vollendet das Aroma der Kakaobohne. Bis zu 400 Aromastoffe können herausgekitzelt werden. Die stark braun gefärbten Bohnen haben nun noch weniger Feuchtigkeitsgehalt und lassen sich besser in Schale und Kern aufspalten. Der Röstvorgang kann aber auch mit dem Schälen und Brechen der Kakaobohnen getauscht werden. Beim Rösten der sogenannten Nibs entfällt das Problem der unterschiedlichen Bohnengrößen, die das optimale Rösten erschweren.

Das Brechen der Kakaobohnen findet entweder mithilfe von Walzen oder der sogenannten Wurfbrecher statt. Letztere sind Maschinen, in denen die Bohnen mit großer Beschleunigung gegen Stahlplatten geschleudert werden und dabei aufbrechen. Wie beim ersten Reinigungsprozess in der Fabrik kommen nun wieder Luftströme ins Spiel, die die Schalen von den zerbrochenen Kernen trennen.

Zum Schluss werden die Nibs etwa durch Kugelmühlen oder erhitzte Walzen gemahlen. Dabei tritt die Kakaobutter aus den zerstörten Zellstrukturen, verflüssigt sich und umfüllt die Kakaobruchstücke. Die Kakaomasse ist entstanden, die in warmer Form flüssig und in kaltem Zustand fest ist. Sie ist der Ausgangspunkt für jede Form der Weiterverarbeitung, sei es hin zur KakaobutterSchokolade oder zu Kakaopulver und -butter.

Rösten, Schälen, Brechen und Mahlen sind die unverzichtbaren Basisprozesse bei der Weiterverarbeitung der Kakaobohne im Werk. Je nach Hersteller und Endprodukt können weitere Zwischenschritte dazu kommen. Ein Beispiel ist etwa die thermische Behandlung vor dem Rösten. Infrarot, Dampf oder Heißluft debakterisieren die Kakaobohnen zusätzlich und verbessern die Ergebnisse beim Brechen der Bohnen. Ein anderer Zusatzprozess ist die Kakaokernbruchveredlung in einem Druckreaktor. Er entfernt frühzeitig unerwünschte Stoffe aus dem Kakaobruch und verkürzt spätere Conchierzeiten.

Ausblick: Die Herstellungsprozesse in einer Schokoladenfabrik können neben den Basisvorgängen durchaus sehr verschieden sein. Wie aber läuft der Prozess ganz konkret für unsere VIVANI-Schokoladen ab, die in der traditionsreichen Herforder Schokoladenfabrik Weinrich gefertigt werden? Ein spannender Einblick in die Praxis, den wir mit Sicherheit in naher Zukunft einmal wagen werden!

Schokoladiger Spielspaß Teil 2: CACAO – CHOCOLATL

Vor etwa einem Jahr haben wir euch hier im VIVANI Blog das taktische Gesellschaftsspiel CACAO vom Spieleverlag Abacusspiele vorgestellt. CACAO ist ein für Schokoladenfans essentielles Spiel, das die Spieler als Dorfhäuptlinge in die Welt des  Kakaoanbaus im südamerikanischen Dschungel schickt. Nebenbei macht es sehr viel Spaß und dominiert gerne einmal unsere gemeinsamen Spieleabende mit Freunden. Jetzt können wir uns alle noch mehr freuen, denn das tolle Spiel erfährt mit CHOCOLATL seine erste Erweiterung – noch mehr Möglichkeiten, noch mehr Spielspaß! Und dank der freundlichen Kooperation mit Abacusspiele kann man die Erweiterung auch dieses Mal bei uns im Blog gewinnen, also schnell wieder  mitmachen!chocolatl_1800x1200

Aus Kakao wird Schokolade

Jeder einigermaßen schokoholisierte Mensch weiß, dass der Begriff CHOCOLATL nur eins bedeuten kann: Die Ur-Schokolade, das Getränk der Götter aus dem südamerikanischen Urwald. Spätestens der Blick auf das Cover des Erweiterungsspiels liefert den Beweis: Die Kakaofrucht in den Händen der stilisierten, südamerikanischen Ureinwohnerin ist bei CHOCOLATL einer verführerischen Tafel Schokolade gewichen, die die Tropenschönheit genussvoll die Augen verschließen lässt. Das Strategiespiel mit Legeplättchen aus dem Hause Abacusspiele hat in CHOCOLATL seine logische Weiterentwicklung erfahren. Kakaofrüchte können nun in Schokoladenküchen zu Schokolade weiterverarbeitet werden und erfahren dadurch eine Wertsteigerung. Dieses sogenannte Schokoladenmodul ist eines von vier neuen Modulen, die nur zusammen mit dem Grundspiel CACAO spielbar sind. Das Modulkonzept ist super durchdacht und beugt so allen Muffeln vieler neuer Regeln vor: Jedes Modul kann alleine oder in beliebiger Kombination mit CACAO verknüpft werden. So reichen nur ein paar Zeilen Regeltext aus, um CACAO völlig neue Facetten zu verleihen. Auch ist die Idee der Module sehr hilfreich, wenn Kinder (ab 8 Jahren) mitspielen. Man kann die Module nach und nach einführen.

Die anderen Module sind das Landkarten-, das Bewässerungs- und das Hütten-Modul. Durch den Landkarten-Baustein gibt es mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Urwaldplättchen und die Spieler können taktischer vorgehen. Bei der Bewässerungserweiterung vollziehen die Spieler nach, dass bessere Bewässerung mehr Ertrag an Kakaofrüchten aber auch mehr Kosten mit sich bringen. Das Hütten-Modul bringt schließlich sehr viele Zusatzmöglichkeiten für die Ergatterung von Boni während der laufenden Partie oder am Ende. Dazu werden zu Beginn jedes Spiels die von den Spielern zu erwerbenden Hütten neu ausgelost, wodurch sich immer unterschiedliche und variantenreiche Spielsituationen ergeben.

Fazit: Die Erweiterung CHOCOLATL lohnt sich sehr für Besitzer des Spieles CACAO. Mann CacaoChocolatl_smallbekommt für sein Geld einiges an Spielspaß geboten, denn eigentlich besteht die Erweiterung aus vier Erweiterungen!

CACAO CHOCOLATL (1. Erweiterung)
Autor: Phil Walker-Harding
Verlag: Abacusspiele
Spieler: 2 – 4
Dauer: ca. 60 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Preis: ca. 14,99 €


Gewinnspiel: Wir verlosen drei Exemplare von „CACAO CHOCOLATL“!

Wenn der schokoladigen Spieleabend mit CACAO schon ein Spaß war, wird es mit der 1. Erweiterung CHOCOLATL noch spannender! Mit freundlicher Unterstützung des Verlages Abacusspiele verlosen wir drei Exemplare von CACAO.

Um teilzunehmen, füllt einfach das folgende Formular mit dem Betreff „CHOCOLATL aus. Teilnahmeschluss ist der 25. Mai 2016. Wir drücken allen Teilnehmern die Daumen!

Teilnahmebedingungen:
Alle Teilnehmer erklären sich mit den Bedingungen des Gewinnspiels einverstanden:  Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 16 Jahren.  Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 25. Mai 2016, 23.59 Uhr.  Die persönlichen Daten der Teilnehmer werden nur zum Zwecke der Gewinnermittlung gespeichert und danach gelöscht. Die Gewinner werden per Email am 26. Mai 2016 über den Gewinn benachrichtigt, die Ermittlung erfolgt per Losverfahren. Mitarbeiter der EcoFinia GmbH sowie deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.  Der Gewinn ist nicht übertragbar, eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Bild 2 © Abacusspiele

Wir verlosen drei VIVANI Schokoriegel-Pakete

Wer sich zwischen unseren Schokoriegeln nicht entscheiden kann, dem sei jetzt geholfen. Gewinnt doch einfach eins von drei Sets mit allen neun VIVANI Schokoriegeln, inklusive einer kleinen Überraschung.
Schokoriegel_1200x800

Um teilzunehmen, füllt einfach bis zum 31. Mai 2016 das folgende Kontaktfeld aus.
Betreff: „Schokoriegel“.

Teilnahmebedingungen:
Alle Teilnehmer erklären sich mit den Bedingungen des Gewinnspiels einverstanden:  Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 16 Jahren.  Teilnahmeschluss ist Dienstag, der 31. Mai 2016, 23.59 Uhr.  Die persönlichen Daten der Teilnehmer werden nur zum Zwecke der Gewinnermittlung gespeichert und danach gelöscht. Die Gewinner werden per Email am 01. Juni 2016 über den Gewinn benachrichtigt, die Ermittlung erfolgt per Losverfahren. Mitarbeiter der EcoFinia GmbH sowie deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.  Der Gewinn ist nicht übertragbar, eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Es war einmal… VIVANI Luftschokolade

Es ist zwar schon Urzeiten her, aber ja, es gab sie wirklich: Luftschokoladen von VIVANI. Im Jahr 2003 kamen sie erstmalig in den Biohandel… und überlebten nicht wirklich lange. Bereits zwei Jahre später mussten die „Weiße Luftschokolade“ und „Vollmilch Luftschokolade“ unser Sortiment schon wieder verlassen.  Der Grund hierfür war, dass die Anlagen, die damals für die Aero-Technik benutzt wurden, einfach nicht dafür ausgelegt waren. Die Produktionen waren somit sehr aufwändig und es entstand generell zu viel Bruch. Luftschokolade_1200x627

Warum gibt es Luftschokolade eigentlich? Und wie wird sie gemacht?

Bei Luftschokolade (oder auch Schaumschokolade) handelt es sich um Schokolade, bei deren Produktion noch im halbflüssigen Zustand Gase eingebracht werden, wodurch sich die Masse auflockert und nach Aushärtung kleine Hohlräume entstehen. Was die Gase angeht werden zumeist Stickstoff, Kohlendioxid oder Lachgas verwendet. Luft – so wie der Name es suggeriert – kommt eigentlich gar nicht wirklich zum Einsatz.

Warum macht man das, mag sich jetzt manch einer fragen. Die Anwort lautet: Der Schmelz. Denn Luftschokolade wird nachgesagt, einen besonders weichen Biss und einen besseren Schmelzpunkt zu haben. Physikalisch absolut logisch, denn die Dichte der Schokolade ist durch das Aufschäumen geringer, das Volumen dafür allerdings umso größer. Die Kalorien bleiben natürlich gleich. Daher ist die Vermutung, dass Luftschokolade „leichter“ sei, als herkömmliche Schokolade, ein Trugschluss.

Und wer soll’s erfunden haben? Mal wieder die Schweizer. Genauer gesagt der älteste Schokoladen-Hersteller des Alpenlandes, die Maison Cailler (Nestlé) im schweizerischen Broc. Mittlerweile ist Luftschokolade eine etablierte Größe im (wenn auch zumeist konventionellen) Schokoladenregal.

Brot Brot Brot – Buchvorstellung, Rezept und Gewinnspiel

Was kommt heute auf mein Brot? Diese Frage stellen sich vermutlich sehr viele Menschen an deutschen Frühstückstischen. Denn: Brot ist in Deutschland mit seinen etwa 300 im Handel erhältlichen Sorten ein sehr wichtiges Grundnahrungsmittel. Wir zäumen das Pferd heute von der anderen Seite auf und stellen die Frage: Welches Brot passt zu unserer leckeren VIVANI Nuss Nougat Crème?Nuss_Nougat_Creme_Brot_web
Egal welche Sorte, eines ist klar: Auf selbstgebackenem Brot schmeckt sie sicherlich am besten. Wer sich aber bisher nicht an den Angstgegner Brot in der heimischen Küche herangewagt hat, dem kann nun geholfen werden und zwar mit dem Buch „Brot Brot Brot“ von Martin Johansson. Einfache Rezepte und alles ohne Kneten? Das geht! Wer selbst den Beweis zu Hause erbringen will, sollte schnell bei unserem Gewinnspiel mitmachen oder direkt das Rezept am Ende des Beitrags ausprobieren.

Einhundert Rezepte und überraschende Methoden

Man wundert sich als einigermaßen erfahrene Bäckerin schon etwas, ließt man die Einführungstipps im Buch „Brot Brot Brot“ des Schweden Martin Johansson. Kein Vorteig, kaltes statt lauwarmes Wasser und vor allem: nicht kneten! Brotteige werden ausschließlich gefaltet, geklappt und geformt, die Rührmaschine kann man getrost ausgeschaltet lassen. Aber funktioniert das auch? Seine weltweite Fangemeinde gibt dem autodidaktischen Brotbäcker Recht, der regelmäßig in seinem Brotbackblog Pain de Martin mit einfachen Rezepten wunderbare Ergebnisse zaubert und sie gerne auch in gut verständlichen Videobotschaften unter das Volk bringt. Nachdem er bereits sein erstes Buch „Sauerteigbrot“ erfolgreich veröffentlicht hat, legt er nun mit „Brot Brot Brot. 100 Rezepte für jeden Geschmack“ ordentlich nach. Die Sortenvielfalt reicht von deftig bis süß, von Pizza bis Brioche und von Knäckebrot bis Bagel. Internationale Brotklassiker ohne viel Schnickschnack einfach selber backen – so könnte man das Motto des kürzlich im Dorling Kindersley Verlag erschienen Brotbackbuches beschreiben.

Keine Panik vor dem Sauerteig – immer ran ans Brot!

Um Brot zu Hause selber zu backen, fehlt den meisten Haushalten doch die Grundausstattung. So denken zumindest viele Menschen. Aber das stimmt nicht! Martin Johansson hält seine Zutaten- und Hilfsmittellisten bewusst übersichtlich. Man braucht keinen Steinofen, keine Super-Knetmaschine, nur gute, einfache Zutaten wie frische Hefe, Mehl, Körner usw. Dass man sich nicht sklavisch an seine Rezepte halten muss, ist ebenfalls Teil seines Konzepts. Alle Rezepte kann man nach Belieben variieren, abändern, umschreiben. Dazu gibt Johansson ermutigende Empfehlungen und hat einige Blanko-Seiten für selbstkreierte Rezepte hinten im Buch reserviert. Zu jedem seiner Rezepte gibt es spezielle Tipps, wie etwa auch zur richtigen Lagerung und der Haltbarkeit des jeweiligen Brotes. Auch finden sich natürlich hier und dort Anekdoten und private Einblicke in die Welt des Brotverrückten, der seinen Sauerteigansatz auch gerne mal mit in den Urlaub nimmt.

Wer nun über die angegebenen Zubereitungszeiten, die gerne mal über 10 Stunden betragen können, erschrickt, der sei beruhigt. Das Brotbacken an sich beansprucht in Wirklichkeit nur sehr wenig Zeit – für Sauerteigbrot braucht Johansson umgerechnet fünfeinhalb Minuten, für Baguettes sogar nur drei. Wichtig: die Planung. Wann fängt man an, wann muss man im Zubereitungszeitraum immer wieder kleine Schritte machen, etc. Zwischendurch kann man arbeiten oder einkaufen gehen und einfach seinen ganz normalen Alltag leben. Brotbacken wird so ein natürlicher Teil des Lebens und ist kein besonderer, eigener Akt mehr.
Besonders ist das Kapitel zum Thema Sauerteigbrote hervorzuheben. Es gibt umfangreiche Tipps und Erklärungen zu dieser Königsdisziplin des Brotbackens, die Johansson besonders am Herzen liegt. Weitere, vertiefende Verständnishilfen liefert auch das mitgelieferte Backlexikon.

Fazit: Wer sich endlich selber an „normale“, saure oder süße Brote, Baguettes, Brötchen Knäckebrote und Pizzen heranwagen möchte, kann mit „Brot Brot Brot“ nur ins Schwarze treffen. Meine Wahl für die VIVANI Nuss Nougat Crème: Die „Frühstücksbrötchen ohne Kneten“ von S. 74 oder das „Brot mit Dinkelkörnern“, vom dem es weiter unten direkt mal das Rezept für die ersten Brotbackversuche gibt.

BrotBrotBrot
Martin Johansson:
Brot Brot Brot. 100 Rezepte für jeden Geschmack
Dorling Kindersley Verlag, München 2015
gebunden, 256 S.
ISBN: 978-3-8310-2836-8
19,95 €


REZEPT: Brot mit DinkelkörnernDinkelbrot

ergibt 1 Brot
4 Stunden
Arbeitsaufwand 2 von 5

Zutaten

• 80 g Dinkelkörner
• 1/4 Würfel frische Hefe (10 g)
• 75 g Roggenmehl (Type 1370)
• 300 g Weizenmehl (Type 550),
plus mehr zum Ausarbeiten
• 12 g Salz

Von Hand

1 Die Dinkelkörner in 400 ml Wasser etwa 15 Minuten kochen, bis sie weich werden. Dann in ein Sieb abgießen und abkühlen lassen. Alternativ die Körner im Sieb unter fließend kaltem Wasser abkühlen lassenn

2 Dinkelkörner, Hefe, beide Mehlsorten, Salz und 300 ml kaltes Wasser in einer Schüssel kurz zu einem Teig verrühren. Dabei jedoch nicht kneten. Den Teig mit einem Deckel oder mit Frischhaltefolie abgedeckt etwa 30 Minuten gehen lassen.

3 Zum Falten den Teigrand mit der feuchten Hand fassen und behutsam zur gegenüberliegenden Seite ziehen. So fortfahren, bis die Runde abgeschlossen ist. Die Schüssel wieder abdecken und und den Teig weitere 30 Minuten ruhen lassen.

4 Den Teig nochmals wie in Schritt 2 beschrieben falten und abgedeckt etwa 1 Stunde ruhen lassen.

5 Danach den Teig auf einem gut bemehlten Geschirrtuch zu einem Laib falten. Mit dem Schluss nach unten legen, das Geschirrtuch darüber schlagen und den Laib 45 – 60 Minuten gehen lassen.

6 Mindestens 30 Minuten vor dem Backen den Backofen (nach Belieben mit Brotbackstein) auf 250 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.

7 Den Laib mit dem Schluss nach oben auf das Blech oder den Backstein legen. Die Temperatur auf 230 °C  reduzieren und das Brot im Ofen (Mitte) etwa 35 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Mit Rührmaschine

1 Alle Zutaten und 300 ml kaltes Wasser 10 Minuten (mittlere Stufe) verrühren. Den Teig abgedeckt etwa 1 Stunde gehen lassen.

2 Fortfahren wie in Schritt 5 – 7 beschreiben.

Haltbarkeit und Lagerung: Am besten schmeckt das Brot bis zu 3 Tage nach dem Backen. Danach ist es ideal zum Toasten oder Rösten in der Pfanne. Das Brot mit der Schnittseite nach unten auf einem Schneidebrett stehen lagern.


Zwei „Brot Brot Brot“ Bücher und Nuss-Nougat-Crème zu gewinnen!

In Kooperation mit dem Dorling Kindersley Verlag verlosen wir zwei Exemplare von „Brot Brot Brot“ und eine Ladung VIVANI „Nuss Nougat Crème“. Füllt einfach das folgende Kontaktfeld aus (Stichwort: „Brot). Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 11. Mai 2016. Viel Glück!

+++ Das Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinner wurden per Email benachrichtigt. +++
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Teilnahmebedingungen:
Alle Teilnehmer erklären sich mit den Bedingungen des Gewinnspiels einverstanden:  Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 16 Jahren. 
Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 11. Mai 2016, 23.59 Uhr.  Die persönlichen Daten der Teilnehmer werden nur zum Zwecke der Gewinnermittlung gespeichert und danach gelöscht. Die Gewinner werden per Email am 12. Mai 2016 über den Gewinn benachrichtigt, die Ermittlung erfolgt per Losverfahren. Mitarbeiter der EcoFinia GmbH sowie deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.  Der Gewinn ist nicht übertragbar, eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Bilder Buchcover & Dinkelbrot © Dorling Kindersley Verlag