Kategorie-Archiv: Locations & Veranstaltungen

chocolART 2017 on Tour: Wuppertal und Wernigerode

Seit Jahren berichten wir euch in der Vorweihnachtszeit regelmäßig über Deutschlands größtes Schokoladenfestival, die chocolART in Tübingen. Wir werfen einen sehnsüchtigen Blick Richtung Schokomekka am Neckar, denn leider haben wir es noch nicht besuchen können. Gut, dass es zwei Herbst-Ableger des Festivals auch on Tour gibt, in Wuppertal (NRW) und Wernigerode (Sachsen-Anhalt). Letztes Jahr haben wir uns in Wuppertal umgeschaut und waren total begeistert. Alle Infos zu den beiden chocolARTs on Tour bekommt ihr heute hier bei uns im Blog.

chocolART Wuppertal

Vom 12. Bis zum 15 Oktober 2017 findet die chocolART Wuppertal bereits zum zweiten Mal statt. Denn die Premiere im letzten Jahr war ein voller Erfolg: In vier Tagen kamen etwa 150.000 Besucher in die größte Stadt des Bergischen Landes, wodurch die Besucherzahlen des langjährigen Standortes Wernigerode noch getoppt wurden.
Der Ort des chocoMARKTES ist wieder zentral in der Innenstadt gelegen und die Aussteller tummeln sich rund um den Johannes-Rau-Platz direkt vor dem Rathaus und um den Geschwister-Scholl-Platz. Wie schon im Vorjahr werden rund 50 Anbieter aus verschiedenen Ländern erwartet, darunter neben Deutschland vor allem Italien, aber auch Belgien und sogar Ungarn und Kroatien sind vertreten.

Neben dem ohnehin schon riesigen Angebot von Schokoladen aller erdenkbaren Formen und Geschmacksrichtungen – wie wäre es etwa mit einer Praline mit Blauschimmelkäse und dazu ein Schokobier? – werden natürlich auch wieder aktuelle Trends aus der Schokoladenszene aufgegriffen. Ob vegane Pralinen der lokalen Manufaktur „Das Bernsteinzimmer“ oder zuckerfreie Schokoladen, ob bio und fair oder Edelkakaosorten – jeder Schokoholic kommt bei der chocolART in Wuppertal ganz sicher auf seine Kosten.
Dazu gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Workshops, Verkostungen, Vorträge, verschiedene Schoko-Angebote in Restaurants oder sogar Schokosalsa oder eine Schokoparty mit Schokobeats – das Angebot ist sehr vielfältig und findet nicht nur auf dem chocoMARKT, sondern auch in anderen Wuppertaler Locations statt. Hier findet ihr das gesamte Programm der ChocolART Wuppertal 2017.

chocolART Wuppertal 2017
12. – 15. Oktober 2017
Wuppertal-Barmen
Johannes-Rau-Platz & Geschwister-Scholl-Platz

Öffnungszeiten chocoMarkt:
DO – SA:  10 Uhr bis 19 Uhr
SO: 11 Uhr bis 18 Uhr

Eintritt frei!

Homepage der Veranstaltung: chocolart.de/wuppertal


chocolART Wernigerode

Wernigerode, die sogenannte „bunte Stadt am Harz“, ist in diesem Jahr schon das sechste Mal Gastgeberin der chocolART on Tour. Die 33.000-Einwohner-Stadt in der Nähe des sagenumwobenen Brocken hat eine malerische Altstadt, in der Ende Oktober wieder alles im Zeichen feinster Schokolade stehen wird. Rund 125.000 Besucher des Vorjahres 2016 können nicht irren – die historisch-malerische Atmosphäre Wernigerodes ist der perfekte Ort für Schokoladengenuss, denn das Auge isst ja bekanntlich mit.
Etwa 60 Aussteller aus verschiedenen Ländern stellen ihre Kreationen in Wernigerode aus und bieten ihre Produkte an. Die Besucher können sich, ebenso wie in Wuppertal, auf Schokolade in allen erdenklichen Formen und Geschmacksvarianten freuen. Internationale Austeller aus Italien, dem Elsass, Belgien oder Kroatien erweitern das Angebot der vielen deutschen Aussteller, worunter auch viele aus der Region Harz stammen.

Wie in Wuppertal gibt es auch in Wernigerode neben dem chocoMARKT einiges Schokoladiges mehr zu entdecken. An den fünf Festivaltagen stehen verschiedenste Workshops, Vorträge, Verkostungen, Kultur- und Genussangebote zur Auswahl. Spezielle Schokomenüs in Restaurants, Schokomassagen, Lesungen, eine gläserne Konditorei oder eine Autogrammstunde bei Wernigerodes Schokoladenkönigin sind nur einige Highlights. Zur Programmübersicht der chocolART Wernigerode 2017 geht’s hier.

chocolART Wernigerode 2017
27. – 31. Oktober 2017
Altstadt Wernigerode

Öffnungszeiten chocoMarkt:
FR und SA:  10 Uhr bis 19 Uhr
SO: 11 Uhr bis 18 Uhr
MO und DI 10 – 18 Uhr

Eintritt frei!

Homepage der Veranstaltung: chocolart.de/wernigerode

Ausflugstipp: Schoko Marathon Wien

Wenn sich die Temperaturen wieder etwas abzukühlen beginnen, schmilzt Schokolade nicht mehr auf der Stelle vor sich hin. Eis wird zum selteneren Genuss in die hinterste Ecke des Tiefkühlfachs verbannt und Trinkschokoladen werden wieder häufiger genossen – die Zeit der großen Schokoladenevents beginnt! Wen es im September zufällig nach Wien verschlägt, der sollte sich dieses Event nicht entgehen lassen: Der erste Schoko Marathon Wien zeigt Naschkatzen die süßesten Leckereien und Neuheiten, die die Österreichische Hauptstadt zu bieten hat.

Ein Wiener Schoko-Tribut zum Welttag des Kakaos

Wien hat sich in diesem Jahr zum internationalen Welttag des Kakaos am 1. Oktober etwas ganz besonderes ausgedacht. Weil der Tag 2017 auf einen Sonntag fällt, wird der erste Wiener Schoko Marathon einen Tag vorverlegt und bietet allen Schokoladen-Gourmets und Feinschmeckern bereits am 30. September eine unvergleichliche Reise durch Wiens beste Schokoladenshops und Confiserien. Dabei stehen Klassiker und feine Kreationen mit edelsten Zutaten genauso im Mittelpunkt wie Neuheiten und Trends aus der Schokoszene. So sind z. B. auch vegane und nachhaltige Schokoladenprodukte mit von der Partie. Neben Schokolade und Schokoladenerzeugnissen finden sich beim Wiener Schoko Marathon natürlich auch Pralinen, schokoladige Backwaren, Schokoladengetränke und allgemeine Süßwaren.

Ein Marathon von Geschäft zu Geschäft

Wer beim Wiener Schoko Marathon zunächst an Sport gedacht hat, der hat nur zum Teil Recht. Zwar muss man sich durch Wien bewegen – aber abnehmen? Durch den Wiener Schoko Marathon eigentlich nicht möglich. Dafür sind die Kostproben, die jedem Ticket-Inhaber in den teilnehmenden Shops entgegenlächeln, einfach zu verführerisch.

Und wie funktioniert das nun? Ganz einfach: Es gibt ein Kombi-Ticket, das für alle teilnehmenden Shops am 30.09.2017 zwischen 10 und 18 Uhr gültig ist. Das Ticket gilt zugleich als kostenloser Fahrschein für die öffentlichen Verkehrsmittel in der Wiener Kernzone, damit man die Marathon-Stationen auch bequem erreichen kann. Ticketinhaber bekommen als Highlight in jedem Shop eine Gratis-Kostprobe feinster Schokolade. Darüber hinaus gelten exklusive Sonderangebote, die nur an diesem Tag Ticketinhabern spezielle Sonderrabatte und Vergünstigungen bieten. In einigen Geschäften werden zudem noch einige weitere Schoko-Programmpunkte stattfinden, die in Kürze bekannt gegeben werden.

Wer sich schon immer einmal durch die Schokoladenwelt Wiens schlemmen wollte – der Schoko Marathon Wien ist die perfekte Gelegenheit dazu.

1. Wiener Schoko Marathon
30.09.2017
10 – 18 Uhr
Ticket: 14,90€ mit Frühbucherrabatt, Kinder bis 12 Jahre frei
schoko-marathon.com
Eventpage auf Facebook

Bild: © istock, JackF

Unser Schokoregal des Monats: Solaris Naturkost in Freiburg

In unserer Reihe „Schokoregal des Monats“ stellen wir euch immer mal wieder Bio- und Naturkostläden vor, die unserer Meinung nach besondere Geheimtipps für Käufer nachhaltig produzierter Lebensmittel sind. Heute führt uns das Schokoregal nach Freiburg im wunderschönen Breisgau. Die Stadt am Fluss Dreisam ist für ihren Ruf als ausgezeichnete Studentenstadt bekannt und bietet ihren Bewohnern durch die für Deutschland überdurchschnittliche Wärme und die unmittelbare Nachbarschaft zu Frankreich ein ganz besonderes Flair. Wer hätte aber gedacht, dass in dem kleinen Naturkostladen Solaris zentral in Hauptbahnhofnähe ein wahres Eldorado für VIVANI Fans liegt?!

Solaris Naturkost – Traditionsgeschäft mit vollem Schokoregal

Michael Müller, Inhaber von Solaris Naturkost in Freiburg, sowie seine Geschäftspartnerin Frau Gutsch (Foto) scheinen einen wahrlich süßen Zahn zu haben, denn: In ihrem kleinen Naturkostgeschäft findet man tatsächlich alle Sorten von VIVANI. Selbst am liebsten knabbert Herr Müller unsere Dunkle Nougat und die Weiße Vanille – ein gute Wahl. Seine Kundschaft steht ebenfalls sehr auf Dunkle Nougat, aber auch die Sorten Feine Bitter 75 % Cacao mit Kokosblütenzucker und Vollmilch Ganznuss sind heiße Ware bei Solaris Naturkost. Es freut und natürlich sehr, dass unsere Schokoladen so gut ankommen. Als neue Ideen, die bei seiner Kundschaft sicherlich auf rege Nachfrage treffen würden, wünscht sich Müller kleinformatige Tafeln (40 – 50 g) und Rohkostschokoladen von uns. Mal sehn, was sich machen lässt…

Und wie sieht es mit der jungen Kundschaft aus? Da Freiburg eine beliebte Studentenstadt mit rund 25.000 Studierenden ist, kommen auch viele junge Menschen zu Solaris. Wenn es mal keine Schokolade sein soll, dann suchen die jungen Käufer nach veganen Spezialitäten, Rohkostriegeln, Smoothies, Frischware und allem, was trendy ist, z. B. Trinkflaschen. Röstfrischer Kaffee ist darüber hinaus eine weitere Spezialität in dem kleinen Naturkostladen.

Solaris Naturkost verkauft nunmehr seit 30 Jahren erfolgreich in der Freiburger Innenstadt. Seit 7 Jahren wird der Laden jetzt schon von Michael Müller geführt, der als Überzeugungstäter schon lange davor in der Biobranche tätig war. Durch den anhaltenden Bio-Trend sieht sich auch Müller den spürbaren Auswirkungen auf den Fachhandel gegenüber. Um gegen „konventionelles Bio“ aus dem Discounter und Co. zu bestehen, sieht der Inhaber von Solaris die Branche selber in der Pflicht. Um sich vom Mainstream abzuheben, müsse sich der Fachhandel weiterhin durch seinen Service und die Beratungsqualität profilieren. Trotzdem dürfe er neue Entwicklungen nicht aus den Augen verlieren und sollte diese gegebenenfalls auch mitgehen. Ein Beispiel dafür sieht er etwa in der professionellen, modernen Gestaltung des Ladencharakters.

Solaris Naturkost
Wentzingerstraße 48
79106 Freiburg

Tel.: 0761/273071
solaris@biomail.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 9 – 19 Uhr
Sa: 9 – 14 Uhr

Modica – die älteste Schokoladenstadt Europas

Wer nicht schon einmal in Sizilien Urlaub gemacht hat, dem ist sie vielleicht völlig unbekannt. Was ist das, diese Cioccolato Modicano, die Schokolade aus Modica? Man könnte sagen: Eine Urform der heutigen Schokolade, kaum verarbeitet und ursprünglich im Geschmack. Modica ist das weltbekannte Zentrum der krümeligen Spezialität, weshalb sich hier unzählige Chocolaterien finden, die das Produkt nicht-industriell herstellen. Wir haben mit Alberto Vicari, Gründer der Bio-Schokoladenmanufaktur Il Modicano und bekennender VIVANI-Fan, gesprochen, der uns spannende Einblicke in die Schokoladenszene Süditaliens und seine eigene, ganzheitliche Firmenphilosophie gewährte.

Modica – Schokoladen-El-Dorado im Südzipfel Italiens

Modica in der sizilianischen Provinz Ragusa liegt im südöstlichsten Zipfel Italiens und ist eine Stadt mit Geschichte. Neben immer wieder wechselnden Besatzungsmächten kam auch irgendwann die Schokolade, wahrscheinlich aus Spanien, hierher. Das Rezept ist bis heute unverändert und begeistert durch seinen ursprünglichen, aromatischen Kakaogeschmack. Während die Schokolade blieb, ging die Stadt zwischendurch, nämlich anno 1693, als ein verheerendes Erdbeben die gesamte Provinz in Schutt und Asche legte. Der Wiederaufbau wurde rasch bewältigt und eine beeindruckende, wunderschöne Stadt im Stil des sizilianischen Barock entstand. In dieser malerischen Kulisse, die zum UNESCO-Welterbe zählt und heute etwa 55.000 Menschen beheimatet, herrschte mit den vielen Schokoladenmanufakturen eine ganz besondere Stimmung, was die Stadt bis heute zum Touristenmagnet macht.

Nun lassen wir aber Alberto Vicari von der Schokoladenmanufaktur Il Modicano selber zu Wort kommen und spüren dem Geheimnis der fast schwarzen Leckerei nach. Dabei wird uns Alberto auch über die Besonderheiten seiner Marke berichten, die konsequent ökologisch erzeugt und vegan ist. Ein spannender Trip in den heißen Süden Italiens.

Alberto, Du stammst aus einem der wichtigsten Schokoladen-Hotspots Europas. Dennoch wissen heutzutage nur wenige Menschen davon. Denkst Du Modica wird als Schokoladenstandort unterschätzt? Was sollte Deiner Meinung nach passieren, damit sich dies ändert?
Die traditionelle Produktion und Verarbeitung von Schokolade in Modica nahm ihren Anfang bereits im 16. Jahrhundert, aber unsere spezielle Art der Produktion ist in Italien erst in den letzten 20 Jahren so richtig populär geworden, nach einem vielbeachteten Auftritt des berühmtesten Chocolatier von Modica – Franco Ruta (Antica Dolceria Bonajuto) in einer Talkshow im italienischen Fernsehen im Jahre 1999. Wir wünschen uns aber, dass Schokolade im Modica-Stil auch über Italien hinaus bekannter wird. Es gibt mittlerweile einige neue Hersteller, die Bio-, vegane und/oder faire Schokoladen auf den Markt gebracht und Modica damit in zahlreichen Ländern bekannt gemacht haben. Dies sollte uns und unserer Schokolade den erhofften Aufschwung bringen.

Du hast früher als erfolgreicher Manager gearbeitet. Wie kam es dazu, dass Du Dich neu orientiert und eine Schokoladenfabrik aufgebaut hast?
Meine Vision war es damals, vegane Schokolade zu produzieren. Ich lebe selbst seit über zwanzig Jahren vegan (seit über dreißig vegetarisch), sehnte mich damals nach einer ethischer ausgerichteten Art zu produzieren und zu kaufen. Wie uns allen, sind auch mir täglich viele Negativbeispiele im Handel und im Verhalten der Verbraucher begegnet.
Ich wollte damals eine gute, leckere Schokolade essen können, die ohne Tierleid hergestellt wurde und die es mit den großen milchbasierten Schokoladenmarken aufnehmen könnte. Oder habe an Modegeschäfte gedacht, die nur noch Kleidung aus ethisch korrekten Quellen anbieten würden. Ich habe mir immer eine Welt vorgestellt, in der solche fairen Unternehmen und Händler dem Verbraucher viel bekannter und viel leichter zugänglich sind. Ich habe mich oft gefragt, wo der Verbraucher dann kaufen würde, wenn er oder sie eine klare Wahl hätte. Ich habe viel nachgedacht, wenn immer ich auf Produkte gestoßen bin, für die es keine vegane Alternativen gab und mir Gedanken gemacht, wie man dieses Problem selbst lösen könnte.
Also habe ich mich schließlich dazu entschieden, ein sozialverträgliches Unternehmen zu gründen. Da ich zeitlebens in Modica gewohnt habe, konnte es sich dabei nur um ein Projekt mit Schokolade handeln!

Warum hast Du Dich dazu entschieden, ausschließlich vegane Schokolade zu produzieren?
Ich habe mir gesagt, wenn ein Leben möglich ist, in dem ich leckeres Essen und Trinken genießen kann, das mich gesünder macht, das einen kleineren CO2-Fußabdruck hinterlässt und dass ohne den Tod anderer Lebewesen auskommt – ja warum leben wir es dann nicht?!
Denn ich sehe das so: Der Konsum von Fleisch oder Milch ist heutzutage zu einer Sucht geworden und das obwohl beides nicht lebensnotwendig ist. Es gibt meiner Meinung nach kein Milchprodukt, für dass es keine gesündere und wohlschmeckende vegane Alternative gäbe.

Lass uns gerne mal über euer Produktsortiment sprechen: Welche Sorten bietet ihr an und was sind eure Bestseller?
Wir bieten fünf verschiedene Produktgruppen an:

  1. grob gewalzte Schokolade im Stile traditioneller Modica-Schokolade
  2. hochprozentige Bitterschokoladen mit Kokosblütenzucker gesüßt
  3. Schokoladen auf Sojadrink-Basis als Alternative zu Milchschokoladen mit natürlichen Süßungsmitteln (Agaven- oder Kokosblütensirup)
  4. Streichcrémes auf Sojadrink-Basis in den Sorten Haselnuss, Pistazie und Mandel
  5. Heiße Trinkschokolade

Unsere Topseller sind sicherlich die süßen Streichcrémes, die ebenso cremig und lecker sind, wie herkömmliche Crémes auf Kuhmilchbasis. Alle unsere Produkte sind vegan, laktosefrei, glutenfrei, non-GMO und zu 100% in Bioqualität.

Was für eine Relevanz haben vegane Produkte in Italien denn im Allgemeinen? Gibt es eine größere vegane Szene?
Derzeit leben etwa 2,6 % der italienischen Bevölkerung vegan (etwa 1,6 Mio Menschen) und in 2016 nahm die Menge der verkauften veganen Produkte um 20-30% zu – ein neuer Wachstumsrekord. Dies hat aber auch mit einem bedeutenden Wachstum für laktosefreie Produkte zu tun.

Modica kommt eine besondere Bedeutung in der geschichtlichen Entwicklung von Schokolade in Europa zu. Gibt es immer noch viel „Schokoladen-Tourismus“ in eurer Region?
Modica hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Ziel für Touristen entwickelt. Zwei Faktoren sind dafür verantwortlich: zum Einen wurde Modica wegen seiner barocken Kirchen zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt und zum Anderen ist es tatsächlich der gute Ruf der Modica-Schokolade – jeder, der nach Modica kommt, geht nicht wieder heim ohne eine große Tasche voll mit Schokolade!

Wie wichtig ist Sizilien heute für den italienischen Schokoladenmarkt?
Modica ist einer von drei Hotspots für Schokolade in Italien: Turin für den Norden Italiens, Perugia für Mittelitalien und eben Modica für den Süden. Wenn du jemandem erzählst, dass du aus Modica kommst, hörst du immer die gleiche Antwort: „Modica … wo die berühmte Schokolade herkommt!“

Bitte erläutere unseren Lesern noch einmal, was den besonderen Modica-Stil ausmacht. Worin liegt der Unterschied zu herkömmlichen Schokoladen?
Technisch betrachtet handelt es sich bei Modica-Schokolade um Tafeln mit grob gewalzter Schokoladenmasse. In den Anfängen wurde sie lediglich durch einen kleinen Mahlstein gewalzt, den man „metate“ (lateinamerikanisch: kleiner Mahlstein“) nannte.
Im Grunde handelt es sich um Schokolade aus einem antiken Originalrezept mit nur wenigen Verarbeitungsschritten. Seit dem 16. Jahrhundert haben viele Generationen dieselben Verarbeitungstechniken angewandt: die Mischung von kalter Kakaomasse mit Zucker. Diese „kalte Mischung“ verleiht der Schokolade die typisch körnige Textur und bewahrt außerdem ungewöhnliche Aromen, die ebenfalls charakteristisch sind.

Mit Blick auf Il Modicano: Was ist Dein größter Wunsch für die Zukunft?
Vegane Schokolade zu produzieren ist für mich weniger ein „Business“, sondern bedeutet vielmehr eine tolle Möglichkeit, für den veganen Lebensstil zu werben und die Menschen für Tierrechte zu sensibilisieren.
Mein größter Wunsch ist deshalb eng mit der veganen Idee verknüpft: hier in Süditalien sind streunende Tiere ein großes Problem. Die lokalen Regierungen kümmern sich nicht wirklich darum, deshalb würde ich meine Fabrik gerne auf ein größeres Gelände auf dem Land verlagern. Dort würde eine vegane Farm entstehen, wo wir neben der Produktion von Schokolade vielen „obdachlosen“ Tieren ein sicheres Zuhause geben könnten.

Fotos: Modica Stadt, © iStock, elisalocci | Schokoladenambiente © Il Modicano