Kategorie-Archiv: Ökologisches & Soziales

Tür an Tür mit Mutter Natur – Wohnen in Grün | Buchtipp

Die Welt ein klein wenig grüner machen – Green Living ist immer eine gute Idee. Doch was tun, wenn man keinen eigenen Garten hat, vielleicht noch nicht mal einen kleinen Balkon? Seedbombs werfen oder Guerilla Gardening sind super Ideen, wenn man sich das Grün vom allgegenwärtigen Beton nicht nehmen lassen will. Doch leider kann man die schönen Gewächse dann immer noch nicht mit nach Hause nehmen. Warum nicht einfach den urbanen Dschungel in den eigenen vier Wänden entstehen lassen? Das ist nicht von gestern und heißt auch nicht Topfpflanze auf Fensterbank wie bei Mutti und fertig. Die internationale Community Urban Jungle Bloggers hat sich das Stylen der eigenen vier Wände mit Pflanzen zur Leidenschaft gemacht und teilt ihre Ideen nun erstmals auch in Buchform mit ihren Lesern. Blättert mit uns durch „Wohnen in Grün“ und lasst euch inspirieren.

Pflanzenfan-Community begrünt urbane Heime  

Alles begann, als die Initiatoren von Urban Jungle Bloggers, die befreundeten Blogger Igor (Happy Interior Blog) und Judith (JOELIX.com), sich in einem Pariser Café unterhielten und feststellten, dass sie beide begeisterte Pflanzenfans sind. Sofort war die Idee von Urban Jungle Bloggers geboren: Jeden Monat gibt es ein festgelegtes grünes Thema, zu dem Styling-Ideen gepostet werden können. Sofort meldeten sich weitere Pflanzenliebhaber, die ebenfalls mitmachen wollten. Mittlerweile verbindet die Community tausende urbane Gärtner weltweit und jeden Monat machen etliche der vielen hundert mit der Community vernetzten Blogger bei den Styling-Themen mit.

Wohnen in Grün – Inspiration und Handbuch für Pflanzenfreunde

Das 2016 erschienene „Wohnen in Grün“ trägt den programmatischen Untertitel „Dekorieren und Stylen mit Pflanzen“. Dabei kommen sowohl Interior-Begeisterte als auch Fans von Grünpflanzen mit dem Buch von Igor und Judith gleichermaßen auf ihre Kosten. Das Gerüst des Buches ist die Vorstellung von fünf Familien aus unterschiedlichen Ländern, die sich zu Hause eine grüne, stylishe Oase geschaffen haben. Die Pflanzennarren verraten die ganz persönlichen Geheimnisse ihres grünen Daumens. Daneben gibt es etliche DIY-Anleitungen, Styling-Tipps und 11 sehr beliebte Zimmerpflanzen im Portrait. Dadurch ist „Wohnen in Grün“ nicht nur ein Buch mit netten Ideen zum Durchblättern. Es soll anregen, die eigene Fantasie spielen zu lassen und selbst zum Urbanen Heimgärtner zu werden. Ziel: Die Freude am kreativen Indoor-Garten soll vermittelt werden. Dazu muss niemand Experte sein und jeder kann sofort einsteigen. Mit den einfachen Pflegeanleitungen wird der Start erleichtert und mit ein bisschen Geduld und Wasser sprießen schon sicherlich bald die ersten grüne Triebe und bunten Blüten.

Igor Josifovic und Judith de Graaff:
Wohnen in Grün
Dekorieren uns Stylen mit Pflanzen
Callwey Verlag München 2016
gebunden, 176 S.
ISBN: 978-3-7667-2220-1
29,95 €

Übrigens: Unser Tipp – probiert doch mal, eine „Schokoladenblume“ hochzuziehen…

Bildrechte: © Callwey Verlag

Newsticker: Neues aus der Ecole Amitié Cap Haitien

Wie ihr vielleicht wisst, setzen wir uns im Rahmen unserer „KIDS for KIDS“-Kampagne für den Erhalt der Ecole Amitié („Schule der Freundschaft“) in der haitianischen Küstenstadt Cap Haitien ein. Eine Oase der Menschlichkeit, die Armustkindern und Restaveks mit leidenschaftlichem Einsatz die Chance auf eine bessere Zukunft ermöglicht und sie so vor der Bedrohung von Kinderarbeit und -versklavung schützt. In diesem Blog-Ticker halten wir euch immer auf dem Laufenden, was es Neues im Leben der Schüler, ihrer Lehrer und der ehrenamtlichen Helfer gibt. Freude und Leid liegen manchmal so nah beieinander…

+++ 21. November 2017 | SCHULHOF +++
Man kann von Glück reden, dass es in den letzten Wochen keine nennenswerten Turbulenzen gab. So konnten die Kinder am Wochenende friedlich auf dem geschützten Schulhofsgelände spielen. Und zwar im neuen, sauberen Sand. Wie viel Freude bereits eine solch einfache Sache mit sich bringen kann, steht den Kindern ins Gesicht geschrieben.


+++ 11. Juli 2017 | LEHRERSEMINAR +++
Die Schule der Freundschaft Ecole Amitié in Cap Haitien freute sich über ein 3-tägiges Seminar für Lehrer (vom 3. bis 6. Juli 2017), gesponsert und durchgeführt von der „University of Florida”. Mehr als 400 Lehrkräfte aus verschiedenen Schulen der Umgebung nahmen teil – darunter auch ALLE Lehrer der Ecole Amitié. Das Seminar wurde in Kreole mit Hilfe von Übersetzern gegeben. Thema: Die wichtige Rolle von Lehrern bei der sozialen Entwicklung der Gemeinschaft.


+++ 26. Mai 2017 | ZUM THEMA NATIONAL-FAHNE (DRAPO) +++

In fast allen haitienischen Schulen findet jeden Morgen um 8 Uhr vor Beginn des Unterrichtes die „Ceremonie du drapo“ statt.  Am Nachmittag zum Schulschluss dann das Herablassen der Fahne Haitis. Am 18. Mai eines jeden Jahres wird dann traditionsgemäß das „fèt drapo” (Fest der Fahne von Haiti) mit grosser Begeisterung gefeiert, wobei die Straßenumzüge der Blechkapellen der verschiedenen Schulen zur großen Show auf dem Fußballplatz der Stadt den Höhepunkt darstellen. Es hat den Charakter und die Stimmung von einem Karveval, mit vielen Phantasieuniformen und eingeübten Choreographien. Die Straßen sind gesäumt von mittanzenden Zuschauern.


+++ 24. Januar 2017 | FESTE GEHÄLTER FÜR ALLE LEHRER +++
Dank der Spenden von VIVANI konnten die Lehrer der Ecole Amitié nicht nur ohne Verzögerung merci_300x500ihr Dezember 2016 Gehalt erhalten, sie bekamen sogar zum ersten Mal seit Beginn der Schule ein zusätzliches 13. Monatsgehalt als Bonus zum Jahresende (in Haiti üblich bei fest angestellten Personen). Diese „Neuerung“ wurde mit Freude und grosser Dankbarkeit in Empfang genommen – zumal im Lande, trotz der Bestätigung von Jovenel Moise als neuem Präsidenten, doch weiter ein starkes Gefühl von Ungewissheit über die Zukunft herrscht. An der Schule hat der Unterricht nach den Winterferien am 9. Januar 2017 wieder begonnen und läuft planmässig auf die nächsten Klassenarbeiten zu, die im März anstehen. Es ist noch viel aufzuholen nach dem Zeitverlust durch die November-Flut. Wenigstens hier etwas Stabilität und Zuversicht.

+++ 30. NOVEMBER 2016 | ALLE PACKEN AN +++
Nachdem die sintflutartigen Regenfälle endlich geendet haben, geht es gemeinsam an die Aufräumarbeiten. Lehrer, Helfer und Schüler, alle packen an, damit der Schulbetrieb bald wieder starten kann. Auch politisch gibt’s etwas mehr Sonnenschein: Nach den von Wahlbetrug und Korruption gezeichneten regierungslosen Übergangsmonaten hat Haiti mit Jovenel Moise Sieger endlich einen neuen Präsidenten!
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+++ 21. NOVEMBER 2016 | SCHULE ERNEUT GEFLUTET +++
Der Starkregen in Haiti hält an. Nachdem die Schäden der letzten Überschwemmung einigermaßen beseitigt werden konnten, wurden die Schüler und Lehrer von neuen Wassermassen überrascht. Diesmal kam das Wasser nicht vom Berg herunter, sondern vom Fluss und vom Meer, was zur Folge hat, dass der Schulhof nicht nur knietief geflutet, sondern auch noch vollends vermüllt ist. Es bleibt zur hoffen, dass hierdurch keine Krankheiten und Seuchen begünstigt werden…

+++ 10. NOVEMBER 2016 | STARKE ÜBERSCHWEMMUNG IN DER ECOLE AMITIÉ +++
Hatte der Hurrican Matthew, der vor allem im Süden des Landes wütete, die „Schule der Freundschaft“ noch verschont, hat nun ein erneutes Unwetter zugeschlagen und seine zerstörerischen Spuren hinterlassen. Die Schule wurde von starken Regenfällen, die aktuell immer noch andauern, vollständig überschwemmt. Zum Glück konnten die gerade erst angeschafften Nähmaschinen gerettet werden, aber die neuen Judo-Matten des „Club Cobra“ werden wohl nicht mehr zu gebrauchen sein. Ein herber Rückschlag – vor allem für die Kinder.block-ticker_1200x800

Green Heroes: Yakari – Naturschutz durch Kinderaugen

„Green Heroes“ – das ist der Titel einer neuen Serie hier im VIVANI Schoko-Blog, die heute ihren Auftakt nimmt. Wir stellen euch reale oder fiktive Persönlichkeiten vor, die ihre Bekanntheit in den Medien dazu nutzen, nachhaltige Ideen bekannt zu machen. Umwelt-, Natur- und Tierschutz ist diesen Figuren und prominenten Persönlichkeiten ein großes Anliegen, das nicht nur am Rande der Gesellschaft ein Thema sein darf, sondern über die eigene Popularität in die große Mitte geholt werden soll. Als ersten „Grünen Helden“ stellen wir euch nun Yakari aus der gleichnamigen Zeichentrickserie vor, der als kleiner Indianer eine besondere Verbindung zur Natur hat. Aufgepasst: Pünktlich zur Veröffentlichung von YAKARI Folge 28 als DVD und Hörspiel-CD mit neuen Episoden aus der aktuellen vierten Staffel gibt es bei uns exklusive Gewinnpakete zu gewinnen!

Vom Comichelden zur Zeichentrickfigur

Wie bei vielen Zeichentrickserien geht auch das Vorbild für die Abenteuer des Sioux-Jungen Yakari auf eine Comicserie zurück. Zwischen 1973 und heute kamen 39 Ausgaben heraus, weshalb man bei dem Werk der Franzosen André Jobin (Autor) und Claude de Ribaupierre (Zeichner) ohne Frage von einem Klassiker sprechen kann. Der bei Kindern beliebte, aber auch von erwachsenen Fans gelesene Comic wurde bereits in den Jahren 1983 bis 1984 für das französische TV produziert. Die Zeichentrickserie umfasste 52 Folgen mit einer Laufzeit von jeweils rund fünf Minuten. 2005 wurde dann eine weitere Fernsehserie aufgelegt, zu der bis heute neue Folgen produziert werden. Die französisch-belgische Produktion hat 130 Folgen, verteilt auf vier Staffeln. Jede Folge hat eine Spielzeit von etwa 13 Minuten.

Yakari entdeckt die Natur mit Kinderaugen

Wenn man bedenkt, dass Yakari ein Indianerjunge ist, dann ist es schon sehr naheliegend, dass er sich viel in der Natur bewegt und gut mit Tieren auskennt. Doch die beliebte Figur hat noch eine weitere Eigenschaft, von der Kinder schon seit jeher träumen: Sie kann mit Tieren sprechen. Diese Eigenschaft erhielt der kleine Sioux-Indianer von seinem Totemtier und Beschützer Großer Adler, einem weisen Weißkopfseeadler, der Yakari stets mit gutem Rat zur Seite steht. Ausgestattet mit dieser geheimen Gabe kann Yakari fortan nicht nur mit seinem besten tierischen Freund und treuem Begleiter, dem Pony Kleiner Donner, sprechen. Er ist in der Lage, auch anderen Tieren zu helfen und sie zu unterstützen, wenn sie in Not sind oder Konflikte untereinander haben. Immer neugierig, entdeckt er mit Kleiner Donner und seinen Freunden Kleiner Dachs, einem tollpatschigen Indianerjungen, und Regenbogen, einem mutigen Indianermädchen, die Welt im Umkreis des Indianerdorfes. Gefährliche Tiere, Heilkräuter, Naturgewalten aber auch „böse“ Menschen in Form von Trophäensammlern begegnen dem kleinen Indianer, der dadurch spannende Abenteuer überstehen muss, aber auch immer viel lernt.

Besonders kleine Kinder zwischen 3 und 5 Jahren identifizieren sich sehr stark mit ihrem Indianerhelden, der ihre natürliche, kindliche Entdeckerlust anspricht und ihnen einen sorgsamen Umgang mit der Natur und ihren Geschöpfen vermittelt. Aber auch bei älteren Kindern ist Yakari noch ein beliebter TV-Held. Die Popularität der Geschichten reicht soweit, dass neben der Veröffentlichung auf DVD und als Hörspiel viele weitere Spielartikel, wie z. B. Figuren, erhältlich sind und sogar ein Kindermusical entwickelt wurde. Nachdem die letzten Folgen der vierten Staffel der TV-Serie Anfang 2017 bei KiKA ausgestrahlt worden sind, erscheint nun am 12. Mai 2017 Folge 28 der Indianer-Reihe, die neue Episoden aus Staffel Vier beinhaltet. Im folgenden Gewinnspiel könnt ihr eine DVD und das Original-Hörspiel zur neuesten YAKARI-Folge gewinnen.


>>> YAKARI DVDs und Hörspiele zu gewinnen <<<

Nach dem sensationellen Erfolg der neuen Staffel im TV, gehen die aufregenden Episoden von YAKARI nun auch auf DVD und Hörspiel-CD weiter! Ab dem 12. Mai 2017 sind die neuesten Abenteuer des kleinen Indianerjungens YAKARI als DVD und Original-Hörspiel zur TV-Serie überall im Handel erhältlich.

Jetzt mitmachen und Folge 28 des Serien-Hits YAKARI für Zuhause sichern! Wir verlosen 3 indianerstarke Pakete, jeweils bestehend aus 1 x DVD und 1 x Hörspiel zu Folge 28 „Yakari und Großer Grauer“. Um mitzumachen, füllt einfach bis zum 21. Mai 2017 das folgende Kontaktfeld aus (Stichwort YAKARI).

>> Das Gewinnspiel ist beendet. Die GewinnerInnen wurden per Email über ihren Gewinn informiert. <<

Inhalt Folge 28: Yakari und Großer Grauer
Das Fest der Sommersonnenwende steht bevor. Bei den Feierlichkeiten wird ein Pferderennen ausgetragen, an dem auch Regenbogen teilnehmen will. Doch ihre Angst vor allzu hohen Hindernissen, die es zu überspringen gilt, überträgt sich auf ihr Pferd Großer Grauer, das bei einem Probelauf zu scheuen beginnt. Am nächsten Morgen ist Großer Grauer verschwunden. Kleiner Donner glaubt, dass er zu seinem Vater Silberpfeil unterwegs ist, um herauszufinden, wie er neuen Mut erlangen kann. Als ein schweres Gewitter naht, folgen Regenbogen und Yakari dem Pferd.

Teilnahmebedingungen:
Alle Teilnehmer erklären sich mit den Bedingungen des Gewinnspiels einverstanden:  Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 16 Jahren. ♦ Teilnahmeschluss ist Sonntag, der 21. Mai 2017, 23.59 Uhr. ♦ Die persönlichen Daten der Teilnehmer werden nur zum Zwecke der Gewinnermittlung gespeichert und danach gelöscht. ♦ Die Gewinner werden per Email am 22. Mai 2017 über den Gewinn benachrichtigt, die Ermittlung erfolgt per Losverfahren. ♦ Mitarbeiter der EcoFinia GmbH sowie deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. ♦ Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. ♦ Der Gewinn ist nicht übertragbar, eine Barauszahlung ist nicht möglich.

© Derib + Job – Le Lombard (Dargaud-Lombard S.A.).
© 2016 – Ellipsanime Productions/Belvision/ARD & WDR/Les Cartooneurs Associés/2 Minutes.

Grüne Hauptstadt Europas 2017: Essen im Ruhrgebiet

Der eine oder andere hat es vielleicht schon mitbekommen. Wenn er, wie ich, in der Metropolregion Ruhr lebt, jedoch mit Sicherheit: Die Stadt Essen ist für das Jahr 2017 offiziell zur Grünen Hauptstadt Europas erklärt worden! Da wir uns in Zukunft im VIVANI Schoko-Blog neben den Themen Genuss und Schokolade vermehrt auch mit nachhaltigen Themen beschäftigen möchten, werfen wir heute einen Blick auf die European Green Capital Essen. Was verbirgt sich hinter diesem Ehrentitel und warum hat ihn ausgerechnet Essen erhalten, eine Stadt inmitten des ehemals schwerindustriellen Kohlenpotts?

Grüne Hauptstadt Europas – was ist das?

Vorbildliche Städte, die ihr wirtschaftliches Wachstum bewusst mit nachhaltigen Konzepten und grünen Ideen verbinden – so in etwa sah die Vision von Jüri Ratas, dem ehemaligen Bürgermeister der estländischen Hauptstadt Tallin, aus. Auch 15 andere europäische Städte hatten Visionen von einem grüneren Europa. Heraus kam 2006 eine Initiative für grünere, nachhaltigere Städte in Europa, mit mehr Lebensqualität und besseren Vorraussetzungen für die Gesundheit ihrer Einwohner. Bis heute traten mehr als 40 Städte der Initiative bei und die Idee der Vergabe eines Ehrentitels für besonders vorbildliche Städte war geboren. Dazu müssen die Städte mit einer Mindesteinwohnerzahl von 100.000 Bürgern viele Kriterien erfüllen und nachhaltige Konzepte vorweisen, z. B. für Natur- und Artenschutz, Luft- und Wasserqualität, Verkehr, den Umgang mit Müll und dem Kampf gegen den Klimawandel. Wichtig für die Titelvergabe ist darüber hinaus, dass die Städte auf der einen Seite bereits viel für den Umweltschutz tun und sich auf der anderen Seite aber auch weitere, ehrgeizige Ziele für kontinuierliche Verbesserungen in der Zukunft gesteckt haben.

Im Jahr 2010 war es dann soweit und die erste Titelvergabe durch die Jury aus Vertretern der EU-Kommission, des EU-Parlamentes, der Europäischen Umweltagentur und führenden Umweltverbänden ging an sie Stadt Stockholm. Mit Hamburg folgte 2011 die neben Essen bis dato einzige deutsche Stadt unter den bisherigen 8 europäischen Preisträgerinnen. Für das kommende Jahr 2018 ist der Titel bereits an das niederländische Nijmegen vergeben.

Nach dem Pulsschlag aus Stahl kommt das grüne Herz

Herbert Grönemeyer besang in den 1980er Jahren Essens Nachbarstadt Bochum im gleichnamigen Kulthit mit dem sprichwörtlichen Pulsschlag aus Stahl. Da die Ruhrgebietsstädte eine Metropolregion sind und hier alles so eng miteinander verwoben ist, wie in kaum einer anderen Ecke Deutschlands, lässt sich das Industrie-Image auf die ganze Region übertragen. Ruhrgebiet gleich Kohlenpott. Ruhrgebiet gleich schwarz-grau statt grün. Ruhrgebiet gleich Industrie und Smog in der Luft. Geht man einige Jahrzehnte zurück, treffen dieses Klischees tatsächlich zu. Aber in den letzten Jahren, seit dem Aus der Zechen und dem Niedergang der Stahlindustrie, weht ein frischer Wind durchs Revier, der Strukturwandel heißt und den Kohlenstaub von den frischen Blättchen der neu erblühenden Region pustet. Dass dies nicht immer so einfach ist, zeigen Krisen und Arbeitsplatzverluste, wie zuletzt am Beispiel des Bochumer Opel-Werks. Es gibt Revier-Städte, die bewältigen die Veränderungen leichter, andere, vor allem die des nördlichen Ruhrgebietes, leiden noch immer an den immensen Folgen des Paradigmenwechsels. Doch die bisweilen schmerzliche Umorientierung einer ganzen Metropolregion schreitet unaufhaltsam voran und zeigt erste wunderbare, zukunftsweisende Perspektiven. Ein gutes Beispiel ist Essen, das mit seiner Hinwendung zur nachhaltigen und grünen Stadtentwicklung eine Vorbildrolle für die ganze Region auf sich nimmt.

Essen als Grüne Hauptstadt Europas 2017

Diese Vorbildfunktion für eine ganze Region war einer der Ausschlaggeber, warum sich die Jury für Essen entschied. Die Stadt beeindruckte das Komitee mit seiner ganzheitlichen Bewerbung, die beschreibt, wie Essen in Zukunft zu einer dauerhaft lebenswerten Kommune für seine Bürger werden soll. Mit der Titelvergabe 2017 wurde zum ersten Mal überhaupt eine Stadt der ehemaligen Montanindustrie als European Green Capital ausgezeichnet.

Essen hatte sich viel vorgenommen, um den Titel zu erlangen und nimmt sich ebenso viel für die Zukunft vor, um die Stadt beständig grüner und nachhaltiger zu gestalten. Zwölf Themenfelder gilt es von Seiten der EU abzudecken. Daneben hat Essen seine wichtigsten Anliegen in fünf eigene Komplexe gebündelt: Wege (nachhaltige Mobilität), Flüsse (Emscher und Ruhr), Grün (Parkanlagen und Grünflächen), Einkauf (nachhaltiger Konsum) und Zukunft (nachhaltige Jobs und grüne Bildung). Viele Bedingungen in der Stadt sind schon jetzt ausgezeichnet grün. Beispielsweise liegt Essen mit seinen 53 % Grün- und Freiflächen (auf das gesamte Stadtgebiet verteilt) auf Platz drei der grünsten Städte Deutschlands. Essen bietet 718 Grünanlagen, 436 Spielplätze, 376 km Radwege und 1750 ha Wald. Für die Zukunft verpflichtet sich die Stadt zu vielen, noch höher gesteckten Qualitätsmerkmalen. Einige Beispiele: Bis 2020 soll jeder Bürger nur noch maximal 500 Meter bis zum nächsten Grün zurücklegen müssen, bis 2025 sollen insgesamt 20.000 Menschen in Umweltjobs arbeiten und bis 2035 soll 25 % des Verkehrs aus Radfahrern bestehen.

Das Jahr der Umwelthauptstadt Europas wird in Essen mit einem großen Begleitprogramm aus Aktionen und Projekten gestaltet. Ob Ausstellungen, Workshops, Mitmachaktionen, Vorträge, Feste und vieles mehr – es lohnt sich, auch als Nicht-Essener, immer mal wieder in den Veranstaltungskalender auf essengreen.capital zu schauen.

Fotocredits: Stadtgarten & Krupp Park © Johannes Kassenberg | Fahrrad © Jochen Tack