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Botanik-Special: Kakaoduft im Schokoladen-Garten – diese Pflanzen und Kräuter duften nach Schokolade

Schokoladenminze, Schokoladentomaten, Schokoladenwein – der ganze Garten riecht nach Schokolade… Ein Traum? Nein, die Botanik hat neben der Kakaofrucht noch einiges mehr zu bieten, wenn es um Kakao- und Schokoladeduft geht! Wir berichten über die schönsten und ungewöhnlichsten Pflanzen aus dem Schokoladenuniversum, die auf die eine oder andere Weise an den „großen Bruder“ Kakao erinnern.

Blumen und Kräuter im duftenden Schokoladengarten

Von der Schokoladenblume haben Schokoladenfreunde ja vielleicht schon einmal gehört. Die Lesern unseres Blogs, die uns schon länger lesen, werden sich vielleicht erinnern: Da war doch etwas mit der Anzucht einer Schokoladenblume?! Richtig, im Mai 2013, als der VIVANI Schoko-Blog noch in den Kinderschuhen steckte, haben wir uns direkt mal ans mutige Experimentieren begeben und versucht, die sogenannte echte Schokoladenblume (Berlandiera lyrata) auf dem Balkon anzuzüchten. Das Ergebnis war eine wunderschöne, gelbblühende Pflanze mit intensivem Vollmilchschokoladen-Duft, die allerlei Insekten anlockte. Schokoladenblume_webDie Schokoladenblume stammt aus den südwestlichen USA und liebt trockene, magere Böden wie etwa Steingärten. Auch als Kübelpflanze ist sie geeignet, muss aber zum Überwintern ins Haus geholt werden.

Eine weitere Blume mit Schokoduft, die fälschlicherweise auch häufig als Schokoladenblume bezeichnet wird, ist die Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus). Sie ist mit der echten Schokoladenblume nicht verwandt, blüht dunkelrot bis annähernd braun und verströmt ein intensives Aroma nach Zartbitterschokolade. Die Pflanze ist ebenfalls nicht winterhart und stammt ursprünglich aus Mexiko.

Die Spanische Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) ist eher für ihre Wurzeln, die sich in der Küche verarbeiten lassen, denn als Duftstaude bekannt. Aber genau dafür sollte sie der Schokoladenfan verwenden, denn sie verströmt einen intensiven Duft nach Schokolade. Die gelbe, üppige Blütenpracht, die etwas an Löwenzahn erinnert, lockt ebenfalls Insekten an und ist mehrjährig.

Auch aus der Familie der Iris kommt eine wunderschöne, intensiv nach Kakao und Vanille duftenden Pflanze, die Schokoladen-Iris (Iris barbata elatior „Chocolate“). Die bräunlich-roten Blüten kommen mit immenser Pracht daher, sind aber, wie für Irisarten typisch, leider nur von kurzer Dauer.Schokoladen-Minze

Wer diese unwiderstehlichen Düfte nun zum Anbeißen findet, sollte sich zudem eine Schokoladenminze (Mentha × piperita var. piperita) in den Garten pflanzen. Sie duftet so intensiv nach Schokolade und Minze, dass sie sogar scherzhaft den Namen „After-Eight-Minze“ verliehen bekommen hat. Die Pflanze ist mehrjährig, winterhart und lässt sich wunderbar für Tees, Desserts und Süßspeisen aller Art verwenden. Eine gaumenschmeichelnde Bereicherung für jeden Garten oder Balkon schokoladenvernarrter Menschen.

Schokoladige Früchte, die nicht vom Kakaobaum kommen

In Gourmetkreisen ist sie bereits bekannt, im normalen Supermarkt findet man die Schokoaldentomate jedoch eher selten. Wer beim Hineinbeißen aber leckeren Vollmilchgeschmack erwartet, wird leider etwas enttäuscht sein, denn die Tomaten der Sorten Sacher und Kumato tragen den Schokoladen-Titel nur aufgrund ihrer Farbe. Ungewöhnlich sehen sie aus, äußerlich grünlich-braun bis kräftig dunkelbraun, fast schwarz. Aufgeschnitten sind sie ebenfalls kräftig dunkel gefärbt. Der Geschmack ist süßlicher und aromatischer als bei handelsüblichen Tomaten, die Frucht ist saftig und zugleich fest. Super zu verarbeiten, vor allem zum direkten Verzehr oder in Salaten geeignet.

Das nächste botanische Schokoladenwunder kommt einer doppelten Täuschung nahe: der Schokoladenwein. Denn ein Wein im Sinne von Weinstock ist es nicht, der Name rührt nur von der traubenartigen Anordnung der Blüten her und auch mit Schokolade hat das Gewächs, das in Fachkreisen eher Finger- oder Fünfblättrige Akebie genannt wird, wenig zu tun. Das einzig Schokoladige beim Schokoladenwein ist, wie bei so vielen Pflanzen zuvor, der vanillige Schokoladenduft, den die rosa oder violett-bräunlichen Blüten verströmen. Die bis zu 12 Meter hoch werdende Kletterpflanze ist hierzulande bisher nur wenigen bekannt und stammt ursprünglich aus Ostasien. Was neben dem tollen Schokoduft und den schönen Blüten ein weiteres Argument zur Pflanzung eines Schokoladenweins im eigenen Garte oder zur Begrünung der Hausfassade ist: Die Akebie trägt essbare, süßliche Früchte! Diese haben ein sehr auffälliges, exotisches Aussehen und sind purpurn gefärbt! Auch die Blätter können verwertet werden. Getrocknet und als Tee verwendet besitzen sie in Asien Heilmittelstatus.

Zum Schluss bleibt noch eine Pflanze, die aus der Kosmetik nicht mehr wegzudenken ist: Der Karitébaum, auch Sheanussbaum genannt. Der in Afrika beheimatete Baum ist Produzent der heißbegehrten Sheanüsse, die einen Fettgehalt von ca. 50 % aufweisen. Durch die Verarbeitung der Kerne dieser Früchte wird die sogenannte Sheabutter gewonnen, die als Hautpflege- und Speisefett Verwendung findet. Das bei der Produktion nicht benötigte Fruchtfleisch der Sheanüsse ist essbar. Sheabutter ähnelt in Duft und Aussehen stark der Kakaobutter, weshalb sie in unsere Liste der „Schokoladenpflanzen“ aufgenommen wurde. Sheabutter wird manchmal in der Küche und sehr häufig in der Kosmetik (Stichwort Schokoladenmassage) angewendet. Und damit nicht genug – als Ersatzstoff für Kakaobutter wird sie sogar manchmal in der Schokoladenproduktion eingesetzt.

Fazit: Es gibt viele Möglichkeiten, Schokoladen- und Kakaoduft in den eigenen Garten zu integrieren, ohne gleich ein Tropenhaus bauen zu müssen. Manche Pflanzen lassen sich sogar probieren. Jedoch: In Punkto Geschmack macht keiner den Früchten des großen Bruders Kakaobaum etwas vor. Grund genug, um sich hier im VIANI Schoko-Blog bald einmal genauer mit dieser für Schokolade essentiellen Pflanze zu beschäftigen…

Bild 1: © EcoFinia GmbH / VIVANI
Bild 2: © istock,merrymoonmary

Experiment: Anzucht einer Schokoladenblume Teil 3

Die VIVANI-SchokoladenblumeEndlich, es ist soweit: Unsere VIVANI-Schokoladenblume blüht! Es hat doch ziemlich lange gedauert, bis von der Aussaat Anfang Mai über die Keimung etwa einen Monat später nun endlich die duftende Schönheit auf dem Balkon erstrahlt. Dabei stellte sich heraus, dass die Pflanze, die sich sehr stark dem Licht zuwendet, nicht Sonne genug haben kann. Daher zog sie an einen helleren Platz um, wodurch sich zahlreiche neue Blüten bildeten. Und es stimmt tatsächlich: Die wunderschönen, gelben Blüten der Berlandiera lyrata geben tatsächlich einen Duft ab, der recht stark an das Aroma von Vollmilchschokolade erinnert! In der Nähe der Blüten wurden auch schon Hummeln und andere Insekten gesichtet, die aber zu scheu fürs Foto waren 🙂 Die Pflanze wird den Winter auf jeden Fall im Keller überwintern, um nächstes Jahr erneut unsere Augen und Nasen zu erfreuen! Insgesamt ein gelungenes Experiment, das den Aufwand wert war!

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Foto: © EcoFinia GmbH / VIVANI

Experiment: Anzucht einer Schokoladenblume Teil 2

Endlich ist es soweit: Die VIVANI-Schokoladenblume ist gekeimt und der kleine Schössling wächst eifrig vor sich hin! Aber bis die ersten Blüten in Sicht kommen, dauert es wohl noch ein Weilchen. Deshalb heißt es weiterhin Abwarten, Gießen nicht vergessen und auch ein bisschen Daumen drücken!

Erste Bilanz: Doch lieber Vorzucht im Haus!

Das Experiment begann Anfang Mai mit der Aussaat von fünf Samen der Berlandiera lyrata, der sogenannten Schokoladenblume. Es dauerte gar nicht so lange, da zeigte sich ein erstes, zögerliches Blättchen im Blumenkübel. Dies geschah nach etwa der angegebenen Keimzeit von 20 bis 25 Tagen. Doch dann geschah erst einmal recht wenig und erst später zeigte sich ein zweiter Keim. Dabei blieb es und die Pflänzchen machten erst mit der Wetterbesserung am Ende des doch eher unfreundlichen Mais deutliche Wachstumsfortschritte. Da mehr als 50% der Samen, genauer gesagt 3 von 5, in unserem Versuch nicht angegangen sind, liegt die Vermutung nahe, dass die Samen wohl doch empfindlicher sind als angenommen. Deshalb lässt sich allen denjenigen, die die Anzucht einer Schokoladenblume selber ausprobieren wollen, der Tipp mit auf den Weg geben, die Samen im Haus vorzuzüchten.

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Foto: © EcoFinia GmbH / VIVANI

Experiment: Anzucht einer Schokoladenblume Teil 1

Eine Blume, die das intensive Aroma von Vollmilchschokolade verströmt? Dies hört sich interessant an für Freunde guter Schokolade, kann man doch so seine Lieblingssüßigkeit auch mal mit der Nase und ganz ohne Kalorien genießen! Der VIVANI Schoko-Blog versucht, in den kommenden Monaten einige Exemplare der Berlandiera lyrata, besser bekannt unter dem Namen Schokoladenblume, anzuzüchten und hoffentlich zum Blühen zu bringen. Immer wieder wird es kurze Zwischenstände vom Gedeihen der Pflanzen geben – ob das Experiment gelingt?

Die Schokoladenblume – was ist das für eine Pflanze?

220px-Berlandiera_lyrataSie blüht in einem wunderschönen Gelb und entfaltet ihren unwiderstehlichen Geruch nach Vollmilchschokolade, wenn sie von der Sonne beschienen wird: die Schokoladenblume. Die eigentlich aus Nordamerika stammende Pflanze kann eine Höhe von bis zu 120 cm erreichen und ist hierzulande ein eher unbekanntes Gewächs. Daher ist sie in der Regel ausschließlich im spezialisierten Fachhandel erhältlich. Man kann sie vielseitig einsetzen, z. B. in Kübeln auf dem Balkon, in Steingärten oder Duftbeeten. Wenn die Pflanze an ihrem sonnigen bis halbschattigen Standort von Juni bis September blüht, lockt der intensive Duft nicht nur Schokoladenfans an, sondern ist auch ein Magnet für allerlei Schmetterlinge, Hummeln und Bienen.
Die Schokoladenblume ist zwar eine mehrjährige Pflanze, jedoch nicht winterfest. Sie muss daher zum Überwintern ins Haus geholt werden.

Nicht verwechselt werden sollte die echte Schokoladenblume (Berlandiera lyrata) mit der roten Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus), die auch zuweilen als Schokoladenblume bezeichnet wird. Die Pflanzen sind nicht artverwandt und letztere ist für ihren Duft nach Zartbitterschokolade bekannt – vielleicht ein Experiment für die Gartensaison 2014?!

Aussaat der VIVANI-Schokoladenblume

Unsere Schokoladenblumen werden direkt im Freiland ausgesät, eine Vorzucht im Haus ist allerdings auch möglich. Wir haben uns für die Variante auf dem Balkon entschieden und haben fünf Samen in 0,5 cm Tiefe in einem Kübel ausgesät. Da die Aussaat zwischen April und Mai geschehen soll und die frostigen Tage nun – hoffentlich! – der Vergangenheit angehören, ist hierzu nun der optimale Zeitpunkt gekommen. Um eine rasche Keimung von 20 – 25 Tagen zu erreichen, ist eine Tagestemperatur von möglichst 18 – 20 ºC notwendig – und natürlich sollte man das Gießen nicht vergessen! 🙂 Man darf gespannt sein!

KAUFTIPP: Erhältlich sind Samen der Schokoladenblume u.a. bei samenhaus.de.

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Fotos: © Wikipedia und EcoFinia GmbH / VIVANI