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Vegan Kochen und Backen – Zwei Buchtipps

Immer mehr Menschen interessieren sich für die vegane Lebensweise, die komplett auf tierische Produkte und Lebensmittel verzichtet. Auch im Bereich der Schokolade hat sich in den letzten Jahren viel bewegt, so stellt auch VIVANI mittlerweile mit Erfolg verschiedene vegane Produkte her. Wenn man sich selber im Bereich Kochen oder Backen kreativ betätigen möchte, haben wir heute zwei tolle Buchtipps für euch: „Sebastian Copien: Die vegane Kochschule. Küchenpraxis – Warenkunde – 200 Rezepte“ und „Jérôme Eckmeier und Daniela Lais: Einfach vegan backen. Süß & herzhaft – zum Genießen & Wohlfühlen“. Und mit ein bisschen Glück kann man sogar ein Exemplar der Bücher in unserem Gewinnspiel ergattern!

Sebastian Copien: Die vegane Kochschule

Wir haben ihn euch schon im Interview vorgestellt und sein leckeres Rezept für ein schokoladiges Hot-Chili-Baguette probiert. Jetzt liefert der vegane Bio-Koch Sebastian Copien sein zweites Kochbuch ab, das es in sich hat und mehr ist als nur eine simple Rezeptesammlung: Die vegane Kochschule. Küchenpraxis – Warenkunde – 200 Rezepte! Das hört sich nach vielen Informationen an und die Erwartungen werden nicht im Mindesten Copien_Die-vegane-Kochschuleenttäuscht. Der gebürtige Münchener Koch und Ernährungstrainer vermittelt in der veganen Kochschule seine Leidenschaft fürs Kochen und zeigt dem Leser, dass Kochen viel mehr ist und sein kann als am Herd zu stehen. Wichtig in Copiens Augen ist die Herkunft, die ökologische Erzeugung und vor allem auch die Regionalität und Saisonalität der verwendeten Gemüse-, Obst- und Kräutersorten. Diese Leitgedanken ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch des Bio-Kochs, der sich selbst auch als Gärtner betätigt und den Großteil seiner verwendeten Pflanzenprodukte selbst anbaut. So orientiert sich der Aufbau des Rezeptteils in „Die vegane Kochschule“ auch an den Jahreszeiten und der damit verbundenen Verfügbarkeit von regionalen Gemüsesorten. Ein tolles Extra in diesem Buch: Der Umschlag lässt sich zu einem großen Saisonkalender auseinanderfalten, damit man immer das Angebot der Jahreszeiten im Blick hat!

Neben 150 saisonalen Rezepten werden in „Die vegane Kochschule“ zudem 50 Basisrezepte geliefert, die von Klassikern über Saucen bis hin zu Dips reichen. Eingeleitet wird das Buch mit einem sehr umfangreichen Teil über Küchenpraxis und Warenkunde der veganen Küche. Hier erfährt der Leser alles über die richtige Küchenausstattung und vegane Grundnahrungsmittel. Es gibt auch etliche Anleitungen zum Selbermachen veganer Kochzutaten. Kurz zusammengefasst: „Die vegane Kochschule“ ist, wie der Name schon verrät, ein echtes Standardwerk und großes Kompendium für vegane Kochfreunde und solche, die es werden wollen oder aber einfach nur gutes und gesundes Essen schätzen.

Übrigens: In „Die vegane Kochschule“ finden sich auch einige schokoladige Rezepte. Das freut uns zweifach – zum einen als Naschkatzen, zum anderen, da Sebastian Copien als bekennender VIVANI-Fan gerne unsere veganen Schokoladen in seinen Rezepten verwendet

Sebastian Copien:
Die vegane Kochschule. Küchenpraxis – Warenkunde – 200 Rezepte

Christian Verlag
München 2015
256 Seiten, gebunden
ISBN: 978-86244-694-0
29,99 €


Jérôme Eckmeier und Daniela Lais: Einfach vegan backen

Selber vegan backen? Bei vielen Veganern und solchen, die sich für die tierproduktfreie Ernährung interessieren, kommen sofort die Gedanken an ellenlange Listen von schwer erhältlichen Zutaten auf. Doch veganes Backen muss nicht unbedingt Hexenwerk sein, was der vegane Meisterkoch Jérôme Eckmeier und seine Backkollegin Daniela Lais in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Einfach vegan backen. Süß & herzhaft – zum Genießen & Wohlfühlen“ Lais_EinfachVeganBackeneindrücklich beweisen. Die Rezepte sind, wie bereits der Titel vermuten lässt, sehr einfach umzusetzen und dank dem sehr informativen aber nicht überladenen Einführungsteil weiß der vegane Bäcker in spe, was er wirklich an besonderen, veganen Produkten benötigt und wo diese erhältlich sind.

Die Rezepte in „Einfach vegan backen“ decken ein großes Spektrum an süßen Köstlichkeiten ohne tierischen Anteil ab und haben dabei einige Klassiker im Gepäck, für die unter der Veggie-Community des VEBU (Vegetarierbund Deutschland e. V.) im Vorfeld ein Voting durchgeführt wurde. So findet sich neben Cheesecake, Cupcakes und Waffeln auch die kultige Schwarzwälder Kirschtorte. Und natürlich dürfen, für uns als Schokoholics unverzichtbar, vegane Backkreationen mit Schokolade nicht fehlen! Wer es lieber herfhaft mag, schlägt das vegane Backbuch etwas weiter hinten auf und findet dort allerlei Snacks wie Pizza, Brötchen, Quiche und Co. Schlussendlich soll auch die Weihnachtszeit nicht zu kurz kommen – vegane Plätzchen und Stollen warten auf ihre Bäcker.

Das Layout von „Einfach vegan backen“ ist frisch, ansprechend und sehr übersichtlich gestaltet. Hinzu kommen viele Fotos, die vor dem Gaumen- eine echten Augenschmaus bereiten.

Jérôme Eckmeier und Daniela Lais sind seit Jahren bekannte Größen in der veganen Gourmet-Szene. Während der ausgebildete Koch und Lebensmitteltechniker Eckmeier nach jahrelanger Erfahrung seine besten Tipps und Rezepte nun auch in seinem Blog und seiner Kochshow im Netz veröffentlicht, ist die ursprünglich freie Journalistin Lais in der veganen Backstube des Grazer Restaurants Ginko tätig, wobei sie auch gerne die veganen Schokoladen von VIVANI verwendet.

Jérôme Eckmeier und Daniela Lais:
Einfach vegan backen. Süß & herzhaft – zum Genießen & Wohlfühlen

Dorlig Kindersley Verlag
München 2015
192 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-8310-2780-4
19,95 €

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Gewinnspiel_Copien

Wer Lust bekommen hat, sich die Bücher ins Regal zu stellen, hat jetzt die Chance. In Zusammenarbeit mit dem Dorling Kindersley Verlag und dem Christian Verlag verlosen wir 2 Exemplare von „Einfach vegan backen“ und 1 Exemplar von „Die vegane Kochschule“.

Wer dabei sein will füllt einfach bis zum 17. Juni 2015 das folgende Formular aus.
Als Betreff bitte entweder „Einfach Vegan Backen“ oder „Vegane Kochschule“ angeben, jenachdem welches Buch ihr gerne gewinnen würdet. Viel Glück!

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen haben Tina Hübsch (1 x Vegane Kochschule), Silke Dörner (1 x Vegan Backen) und Tina Jentzsch (1 x Vegan Backen). Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinnerinnen wurden per Email über Ihren Gewinn informiert.

Teilnahmebedingungen:
Alle Teilnehmer erklären sich mit den Bedingungen des Gewinnspiels einverstanden:  Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 16 Jahren. ♦ Teilnahmeschluss ist Sonntag, der 17. Juni 2015, 23.59 Uhr.  Die persönlichen Daten der Teilnehmer werden zum Zwecke der Gewinnermittlung gespeichert. Die Daten werden nur für dieses Gewinnspiel genutzt, eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.  Die Gewinner/innen werden per Email am 18. Juni 2015 über ihren Gewinn benachrichtigt, die Ermittlung erfolgt per Losverfahren. Mitarbeiter der EcoFinia GmbH/VIVANI und deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.  Die Gewinne sind nicht übertragbar, eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Rezept: Schokoladiges Hot-Chili-Baguette mit Kräuterjoghurt by Sebastian Copien

Draußen ist es kalt, was wärmt da am besten neben Glühwein, Wollsocken und einem prasselnden Kaminfeuer? Zum Beispiel ein scharfes Gewürz wie etwa Chili. Auch Schokolade kann – zumindest das Herz – erwärmen. Und wenn beides zusammen in einem Kochrezept kombiniert wird, ergibt sich das perfekte Essen für Schmuddelwetter: Ein schokoladiges Hot-Chili-Baguette mit Kräuterjoghurt! Dieses köstliche vegane Rezept mit VIVANI-Schokolade als Zutat hat für uns der bekannte Münchener Bio-Koch und bekennende VIVANI-Fan Sebastian Copien kreiert, den wir euch in diesem Sommer bereits  im Interview näher vorgestellt haben. Viel Spaß beim Nachkochen und eine schöne Weihnachtszeit wünscht Sebastian Copien allen VIVANI Schoko-Blog Lesern!Chili mit Schoko 1_web

 

Schokoladiges Hot-Chili-Baguette mit Kräuterjoghurt

Für 2–3 Portionen

Zutaten

Saisonale und frische Zutaten:
• 150 g Hokkaido- oder Butternutkürbis
• 50 g Pastinaken
• 50 g Sellerie
• 100 g Pilze
• 100 g Joghurt (Soja oder Sahnejoghurt)

Basiszutaten:
• 50 g Sojagranulat
• 1 große Zwiebel
• 3 Knoblauchzehen
• 1 unbehandelte Zitrone
• 1 Dinkel- oder Weizenbaguette
• 500 g Tomaten (stückige aus der Dose)
• 150 g Kidneybohnen (aus der Dose)

Frische Kräuter:
• 3 Zweige frische Petersilie
• 3 Zweige frisches Koriandergrün

Gewürze:
• 200 ml kräftige Gemüsebrühe
• 1 frische rote Chilischote
• 1 EL Olivenöl
• natürliches Salz
• 2 TL Zucker
• schwarzer Pfeffer aus der Mühle
• 3 EL Bratöl
• 2 EL Tomatenmark
• 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
• 1 EL getrockneter Oregano

Special Zusatz: 1 Rippchen Vivani Zartbitterschokolade

So wird’s gemacht

Die Gemüsebrühe in einem Topf aufkochen und das Sojagranulat nach Packungsanleitung zugeben, darin kurz aufkochen, 10 Minuten ziehen und dann abtropfen lassen. Den zuvor entkernten Kürbis, die Pastinaken und den Sellerie in 0,5 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel grob würfeln, die Petersilie und den Koriander mit Stängeln fein schneiden und zwei der Knoblauchzehen und die Chilischote in Scheiben schneiden. Die Pilze in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. 1 TL von der Zitronenschale fein abreiben und zusammen mit dem Joghurt, dem Olivenöl, den frischen Kräutern, ½ TL Salz und je einer Prise Zucker und Pfeffer vermengen, mit einem Stabmixer pürieren und ziehen lassen.

In einem Topf das Bratöl erhitzen und darin das Tomatenmark 1 Minute scharf anrösten. Den Knoblauch, die Zwiebel-, Pastinaken- und Selleriewürfel, die Chilischote, eine Prise Pfeffer, den Kreuzkümmel und 1 TL Zucker dazugeben und alles 1 weitere Minute anbraten. Wenn sich auf dem Topfboden etwas Röstsatz bildet, alles mit der heißen Gemüsebrühe ablöschen, den Röstsatz vom Boden lösen, die Pilze dazugeben und alles 10 Minuten bei mittlerer Temperatur mit geschlossenem Deckel köcheln lassen.

Das Baguette halbieren, den weichen Kern herauskrümeln und den Ofen auf 150 °C (Umluft) vorheizen. Die Baguettehälften aufs Gitter legen und 10–15 Minuten knusprig backen.

Den Tomatensugo, 1 TL Zitronensaft und die mit Wasser abgespülten Bohnen in den Topf geben. Alles mit 1 TL Salz, einer Prise Pfeffer und dem Oregano würzen. Für weitere 20 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen. Regelmäßig umrühren.

Wenn das Baguette auf der Oberseite knusprig ist, warm halten, bis das Chili fertig ist. Das Sojagranulat mit ins Chili geben und alles erneut mit Oregano, Kreuzkümmel, Salz, Zucker, Chilipulver und Pfeffer abschmecken. Den Kräuterjoghurt mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann das Baguette auf der Oberseite mit der restlichen Knoblauchzehe abreiben und mit dem Chili füllen. Mit etwas Kräuterjoghurt beträufeln und servieren.

Tipp: Der klassische Chiligeschmack kommt von Kreuzkümmel, Oregano und Chili. Das Anrösten potenziert den Geschmack. Optimal wird das Chili, wenn es mindestens 45 Minuten bei niedriger Temperatur ziehen durfte. Wenn du einen kräftigen Schuss Kaffee und Gewürze mit Raucharomen wie geräuchertes Salz oder Paprikaflocken oder auch Zartbitterschokolade dazugibst, ist der Geschmack von Chili con Carne zu 100 % erreicht. Das Gericht kannst du in jeder Saison kochen. Wichtig ist nur immer ein Basisanteil von Wurzelgemüsen.

Bild © Sebastian Copien
Rezept – Auszug aus: Sebastian Copien, „Grün in allen Farben“ © Christian Verlag GmbH
https://www.buch7.de/store/product_details/1022439771?partner=foodography

„Mehr Bezug zum Lebensmittel“ – ein Gespräch mit Bio-Koch Sebastian Copien

Sebastian Copien ist einer der gefragtesten Akteure, wenn es um nachhaltige Küche geht. Der gebürtige Münchner ist ein Allrounder, der seine Leidenschaft für gutes Essen auf vielen Kanälen auslebt. Liebevoller Umgang mit Zutaten, regionaler Einkauf, vegane Ernährungsalternativen – Sebastian Copien verfolgt eine Mission. Und über diese erzählt er uns im Interview, in welchem er sich nebenbei als großer VIVANI-Fan outet…Hansi Heckmair

VIVANI: Sie haben uns verraten, dass Schokolade bei Ihrer Arbeit kaum wegzudenken ist. Was macht für Sie eine gute Schokolade aus? Worauf achten Sie besonders?

Sebastian Copien: Eine gute Schokolade muss für mich neben dem geschmacklichen Bereich auch in Sachen qualitative biologische Rohstoffe und auch gute und faire Produktion punkten. Es muss für mich im ganzheitlichen Sinn einfach eine runde Sache sein, die schmeckt, dem Körper gut tut und von der die Bauern, die Konsumenten als auch die Produzenten gleichermaßen profitieren. Zur fairen Produktion gehört auch die Abschaffung von Kinderarbeit, das ist ein Punkt, der mir sehr wichtig ist. Genauso auch die gesundheitliche Seite und die Inhaltsstoffe, denn ich möchte Schokolade essen, die auf unnötige Industriemittelchen wie Lezithine verzichtet. Genau wie ihr das eben auch macht. Was den Geschmack angeht, so ist das ganz einfach: sie muss mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Ihre ultimative Lieblingsschokolade besteht aus…?

Das ist für mich wirklich schwer zu beantworten, da es so viele verschiedene wundervolle Sorten gibt. Für mich ist der Schmelz und das Mundgefühl entscheidend. Die „Dunkle Nougat“ von euch ist da ein glanzvolles Beispiel. Ich mag es auch, wenn andere Texturen ins Spiel kommen wie bei der Croccante Version der „Dunkle Nougat“.

Sie sind ein erfolgreicher Koch, waren unter anderem das ein oder andere Mal im TV zu sehen. Gekocht wird ausschließlich fleischlos. Was gab den Ausschlag?

Wie bei den meisten war der ausschlaggebende Punkt wahrzunehmen, wie heutzutage ohne Menschlichkeit Fleisch in Massen produziert wird und welcher Schaden auf vielen Ebenen dadurch angerichtet wird. Wenn man einmal anfängt bewusst und auch mit dem Herzen Sebastian Copien kocht_webhinzusehen, ist die Richtung recht schnell klar. Das Interessante für mich als Koch war dann vor allem zu sehen, wie einfach es ist, wirklich ganz wundervollen und komplexen Geschmack ohne tierische Produkte, also vegan, zu erzeugen. Mein Ansatz ist hier also immer die positive Seite – der gute Geschmack und die Freude beim Essen. So gehe ich auch alle meine Kochkurse und Seminare ganz undogmatisch an.

Für die Zubereitung Ihrer Gerichte greifen Sie ausschließlich auf Bio-Erzeugnisse zurück. Warum?

Ich möchte mich einfach so natürlich wie möglich mit Lebensmitteln ernähren, die diesen Namen auch verdient haben und meiner Umwelt wie auch mir selbst etwas Gutes tun. Das mache ich in meiner Arbeit und für mich privat mit großer Freude. Der nette Nebeneffekt ist ganz nebenbei wieder der bessere Geschmack, denn selbst wenn die Karotte aus meinem Garten ein bisl krumm ist und halt nicht aussieht wie vom Fließband ist der Geschmack einfach nur unbeschreiblich. Dazu kommt noch, dass durch die Verwendung biologischer Produkte auch mehr Verantwortung der Umwelt gegenüber übernommen wird. Das fängt bei weniger Pestiziden an und hört bei genmanipulierten Produkten auf. Hier muss ich allerdings noch dazu sagen, dass in meinen Augen nicht alles, was Bio ist auch glänzt. Letztendlich kommt es auch auf die persönliche Einstellung des Bauern oder Produzenten an. Für meinen Münchner Kochschul-Garten habe ich ja z.B. auch kein Bio Siegel, außer Sonne, Regen und ein paar Kräuterjauchen sehen meine Pflänzchen aber nichts anderes. Das Maximum an natürlicher und biologischer Anbauweise sozusagen.

Beschäftigt man sich mit Sebastian Copien, stechen Begriffe wie „Natürlichkeit“, „Saisonalität“ und „Regionalität“ besonders hervor. Warum sind Ihnen diese Aspekte wichtig?

Wenn man sich mit Bio und natürlicher Ernährung beschäftigt, sollte man in meinen Augen einfach etwas weiter denken. Für mich ist es z.B. irrsinnig zur Weihnachtszeit Erdbeeren oder Tomaten zu kaufen. Egal ob Bio oder nicht. Das meinte ich ja gerade eben, das Biosiegel ist nicht gleichzeitig ein moralischer Freifahrtschein für den Konsumenten. Ich denke, dass es für jeden Menschen als auch für die Umwelt am besten ist, sich zum Großteil mit Lebensmitteln zu ernähren, die in der nahen Region zur momentanen Saison wachsen und so natürlich wie möglich produziert worden sind.
Dabei schließe ich in meiner Ernährung aber exotische Produkte, die bei uns nicht wachsen, nicht kategorisch aus. Ich esse z.B. unglaublich gerne Mangos, Papaya etc. Diese beziehe ich aber meist nur im Winter, wenn die regionale Versorgung klimatisch bedingt nur Lagerobst bereitstellen kann. Genauso wachsen bei uns keine Cashewkerne, Datteln oder Kakao-Früchte die ich alle regelmäßig esse und auch verarbeite. Diese Lebensmittel sind einfach eine passende Unterstützung zu dem so wundervollen Angebot unserer lokalen Bauern und Gärtnereien.

Stichwort Regionalität: Glauben Sie an die Zukunft der Wochenmärkte?

Da glaube ich sehr fest dran. Was gibt es denn Schöneres als an Wochenmärkten mit bunter Auswahl oder über Bio und Ökokisten beste Lebensmittel, die mit Herz und Verstand in der Region produziert wurden, einzukaufen. Wenn ich unterwegs oder im Ausland bin und mitbekomme, dass es einen Wochenmarkt gibt, können Sie sicher sein, dass ich da vorbeischaue.

Investigativem Journalismus sei dank, werden in letzter Zeit Lebensmittelskandale und Methoden der Verbrauchertäuschung gehäuft aufgedeckt. Was war für Sie die bislang größte Sünde im Lebensmittelbereich?

Ich finde es gut und extrem wichtig, dass in letzter Zeit immer mehr in dieser Richtung aufgedeckt wird und es auch Menschen, Vereine und Stiftungen gibt, die sich darum bemühen, mehr Licht in dieses Thema zu bringen. Eine größte Sünde der Industrie kann ich Ihnen aber nicht nennen, denn ich versuche für mich einfach den Fokus immer auf die positive und lebendige Seite zu geben. Das mache ich mit der Arbeit in meinem Garten und meiner Art und Weise mit Lebensmitteln umzugehen und diese respektvoll zu verarbeiten. Und genau das versuche ich in meinen Kursen weiterzugeben.

Was meinen Sie, muss sich in den Köpfen der Verbraucher ändern?

Gar nicht viel. Ich stelle immer wieder fest, dass Lebensmittel für die Menschen oft nur Konsumprodukte sind, zu denen einfach kein Bezug mehr besteht. Es liegt ja alles im Supermarktregal. Man konsumiert und wirft weg. Das Wichtigste, das sich ändern muss, ist, dass wir Verbraucher erkennen, dass man seine Nahrung selber zubereiten muss. Nur so ist es möglich, wieder einen wirklichen Bezug zum Lebensmittel und somit zur Qualität, zur Natürlichkeit und zur eigenen Ernährung bekommen. Verändert sich dieses Verhalten, verändert sich die Nachfrage und somit auch die Industrie.

Sie geben Kochkurse, bieten Ernährungscoachings an, beraten Hotels und Gastronomien inpuncto vegane Küche, sind Buchautor und Gemüsegärtner – an kreativen Ideen scheint es Ihnen nicht zu mangeln. Wie könnte der nächste Schritt in Ihrer Vita aussehen?

Ja, an kreativen Ideen mangelt es wirklich nicht, eher oftmals an der Zeit, diese umzusetzen. Ich habe da schon eine gewisse Vision, wo es für mich die nächsten Jahre hingeht. Das Kernthema ist dabei allerdings das gleiche wie jetzt auch und darüber bin ich sehr dankbar, denn ich habe viel Freude an dem, was ich mache. Seit Mai diesen Jahres habe ich auch endlich 5 Gehminuten von meiner Münchner Showküche, in der ich die Kochkurse und Seminare abhalte, einen wundervollen Garten gefunden, den ich im Sinne der Permakultur bewirtschafte. Dort baue ich auf 12 Hoch und 2 Hügelbeeten bestes Gemüse und Kräuter für meine Kurse an solange der Vorrat reicht. Danach habe ich schon seit Jahren gesucht und bin total happy, dass es endlich geklappt hat. Bei diesem Garten schließt sich bereits ein wenig der Kreis. Vom Samen im Boden über die Pflanze, die Ernte und den Kochtopf zu einem wundervollen Essen das Körper und Geist gleichermaßen gut tut. Stadtgarten Kochschule -  Sebastian Copien im Garten

Ansonsten gibt es viele spannende Projekte die gerade in der Umsetzung sind und es werden noch mehr kommen. Im Moment setze ich viel Fokus auf Rezeptentwicklung und Kochvideos von denen in Zukunft viele kommen werden. Der Youtube-Kanal steht und wird ab September regelmäßig befüllt mit neuen Rezepten oder Basisküchen Tricks der meiner veganen Küche.


In Ihrer Heimatstadt München betreiben Sie außerdem eine eigene Kochschule. Was nimmt man bei Ihnen am Ende eines Kurses mit?

Das was ich am meisten vermitteln möchte, ist die Freude am Kochen und an den wundervollen pflanzlichen Lebensmitteln, die uns zur Verfügung stehen. Ein buntes Paradies an Farben, Formen und Geschmäckern das unübertrefflich ist.
Mir macht das Kochen zusammen mit Menschen einfach unglaublich viel Freude und seit diesem Jahr finden die Kurse auch in meiner neuen Küche in München statt die keinen Wunsch mehr offen lässt. Neben den Gruppenkochkursen mache ich dort auch die Gastronomieschulungen und Team-Kochevents. Genauso kann man die Location aber auch für Tagungen und andere Veranstaltungen mieten.

Im Christian-Verlag ist kürzlich Ihr aktuelles Kochbuch „Grün in allen Farben“ erschienen. Der Titel fasst die Essenz der knapp 200 Seiten bereits sehr gut zusammen. Was gibt es noch zu diesem Werk zu sagen?

Cover_GrueninallenFarben„Grün in allen Farben“ ist ein ganz besonderes Buch für mich, denn es ist mit viel Herzblut durch die Zusammenarbeit mit 3 guten Freunden (Hansi Heckmair, Leopold Loitfelder und Oli Weikamp) entstanden. Es hat einen ausführlichen Theorieteil, in dem es um viele der hier besprochenen Themen geht, kombiniert mit vielen Tipps und Tricks aus meiner alltäglichen Arbeit in der Küche. Das Feedback, das ich am meisten bekomme, ist, dass jedes Gericht leicht von jedem Menschen nachgekocht werden kann, weil ich sehr viel Wert auf eine detaillierte Beschreibung gelegt habe. Es sind Gerichte für jeden Anlass im Buch, bei denen Fleischliebhaber genauso wie Vegetarier und Veganer geschmacklich auf ihre Kosten kommen. Mein nächstes Buch ist auch fast fertig, es wird im März 2015 beim Christian Verlag erscheinen und das erste Buch passend erweitern.

Sie sind in Ihrem Leben schon viel herumgekommen. Wo hat es Ihnen am besten gefallen und welche Inspirationen konnten Sie für Ihre Arbeit gewinnen?

Es gibt einige Plätze, die mein Herz erobert haben. Ich bin durchs Wellenreiten ganz gut rumgekommen und muss letztendlich immer wieder feststellen, dass ich mich am Meer mit guten Wellen am meisten wohl fühle. Ecuador, Neuseeland und Portugal sind da ganz vorne dabei auf meiner Liste. Irgendwie hat mich jedes Land auch für meine Küche inspiriert. Wenn ich im Ausland bin, sauge ich förmlich die Landesküche mit den typischen Geschmäckern und Düften auf und baue sie dann auf meine Weise in meine Gerichte ein. Dadurch entstehen einfach besondere Gerichte mit dem gewissen Etwas, die mir Freude beim Essen und Genießen machen. Und das ist immer meine oberste Richtlinie. Es muss mir schmecken und Freude machen.

Spontan. Auf welches schokoladige Gericht hätten Sie gerade Lust?

Auf eine Schokocreme-Torte. Die habe ich nämlich vorhin gerade mit eurer Reisschokolade gebacken und ist jetzt ausreichend durchgekühlt. Sojafrei und vegan, ein Traum. Das Rezept gibt’s aber erst im Kochbuch nächstes Jahr…
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Sebastian Copien:
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Christian-Verlag:
http://www.christian-verlag.de/

 

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