Weltneuheit – Callebaut erfindet Ruby Schokolade

Seit September ist bekannt: In Zukunft wird es neben Weißer, Bitter- und Vollmilchschokolade vermutlich einen vierten Schokoladentyp mit Namen Ruby geben. Die Übersetzung des englischen Wortes lässt aufhorchen und verwundert am Kinn kratzen: rubin- bzw. weinrote Schokolade? Was soll daran neu sein, Farbstoff in Weiße Schokolade rein und fertig. Aber nein, da sind wir auf dem Holzweg. Der Entdecker der Weltneuheit Ruby Schokolade, der Schokoladengigant Barry Callebaut, versichert: Keine Farbstoffe, keine Aromen, keine Zusätze. Wie geht denn sowas? Und es gibt sie tatsächlich schon zu kaufen – seit zwei Wochen…

Besondere Kakaobohnen für rote Farbe und außergewöhnlichen Geschmack 

Vor 14 Jahren machte ein Forscher beim Schweizer Schokoladengroßkonzern Barry Callebaut eine folgenschwere Zufallsentdeckung, die noch zehn Jahre schlummerte, bevor sie wieder ausgegraben und in der Folge eifrig untersucht wurde. Was genau es war und wie es sich reproduzieren lässt, ist ein großes Firmengeheimnis. Jedenfalls ist soviel bekannt, dass ganz besondere Kakaobohnen mit speziellen Inhaltsstoffen vonnöten sind, um Ruby Schokolade zu erzeugen, Callebaut spricht von Ruby-Kakaobohnen. Diese werden vom Hersteller weltweit zusammengetragen und in einem speziellen, geheimen Verfahren weiterverarbeitet. Das Ergebnis: Eine rosarote Schokolade, die im Geschmack mit keiner anderen Schokoladensorte vergleichbar ist. Kräftige Aromen von Früchten und roten Beeren kreieren eine völlig neue und unbekannte Herausforderung für die Geschmacksknospen.

Ruby Schokolade – ab wann in unserem Supermarktregal?

Die Antwort vorweg: Es gibt sie schon! Der Wermutstropfen: Bislang nur in Japan und Südkorea. Nachdem die Innovation Ruby Schokolade im vergangenen September in Shanghai präsentiert wurde, spekulierte man, dass es noch lange dauern werde, bis eine Produktneuheit diesen Kalibers auf den Markt eingeführt werden würde. Ein weiterer Stolperstein schien die Tatsache zu sein, dass Callebaut als Hersteller und Belieferer anderer Schokoladenhersteller selbst keine Endprodukte produziert. Doch weit gefehlt, der Weltkonzern Nestlé stand scheinbar schon auf der Matte und in den Startlöchern. Nur vier Monate nach der Vorstellung brachte der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern seinen beliebten Schokoladensnack KitKat im Januar 2018 in einer Edition Sublime Ruby heraus. Dabei machen die beiden genannten asiatischen Länder zwar vorerst den Anfang, doch schon für das erste Quartal 2018 verkündet Nestlé die Markteinführung in Australien und Malaysia, im Anschluss gefolgt von den USA und Europa.

Blick in die fernere Zukunft: Wird Ruby Schokolade bald als vierte Standard-Schokoladensorte im Portfolio jeden Herstellers auftauchen? Vermutlich nicht. Zwar hat sich Callebaut die Marke Ruby nicht schützen lassen, doch aufgrund der komplizierten Rohstoffbeschaffung sowie der nötigen Forschungsarbeit steht der Konzern auf weiter Flur allein da. Ein nahezu unstemmbarer Aufwand für kleine und mittlere Schokoladenhersteller.

Bild © BARRY CALLEBAUT AG

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